Kategorie: Roman

  • „Fünf Sechs Sieben Acht“ von Ewald Arenz

    „Fünf Sechs Sieben Acht“ von Ewald Arenz

    „Wer tanzen kann, kann auch stehen.“ S.237 Wir treffen Anton auf der Bühne. Sechzig Jahre alt, und noch hat er es drauf. Der Körper übernimmt, der Kopf leert sich, die Beine tragen ihn durch seinen Tanz, durch seine eigene Choreografie. Es ist sein Element, sein Leben. Und dann ist es vorbei! Nach einer gelungenen Vorstellung…

    Mehr lesen »

  • „Die Katze“ Erzählung von Monika Maron

    „Die Katze“ Erzählung von Monika Maron

    „Ich neige dazu, hinter den Zufällen in meinem Leben nach einem Sinn zu suchen oder ihnen selbst einen Sinn zu erfinden“ S.46 Monika Marons „Die Katze” verhandelt unter dem Deckmantel einer anekdotischen Erzählung weit größere Themen als einen Katzenbiss. Es geht um Verletzlichkeit, Sterblichkeit und die Frage, wie man im Alter zu einer veränderten Haltung…

    Mehr lesen »

  • „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

    „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

    „Aber ich trage zu viel Wut in mir. Alles was glänzt, mache ich kaputt.“  Ein Roman, der da beginnt, wo das Leben einsetzt: im Körper einer Frau, im Vorsprachlichen, im Ursprungsraum vor aller Erinnerung. Lilli  Tollkiens Debüt beginnt im Uterus. Lale wird in eine Welt geboren, die nicht auf sie gewartet hat, und der Roman…

    Mehr lesen »

  • „Geschwister“ von Moa Herngren

    „Geschwister“ von Moa Herngren

    „Geschehen ist geschehen und gesehen ist gesehen,“ S.421 Familien sind Archive. Jedes Mitglied verwaltet ein eigenes Exemplar. Dasselbe Ereignis, denselben Vater, dieselbe Kindheit. Und weil niemand ins Archiv des anderen schaut, entstehen mit der Zeit drei, vier vollkommen verschiedene Versionen einer einzigen Wirklichkeit. Moa Herngren macht daraus Literatur. „Geschwister“ ist der dritte und abschließende Band…

    Mehr lesen »

  • „Udo Fröhliche“ von Benjamin von Struckrad-Barre

    „Udo Fröhliche“ von Benjamin von Struckrad-Barre

    „Das Leben ist ein Aktivurlaub.“ S. 216 Udo Lindenberg ist gerade achtzig geworden. Und wer könnte das besser feiern als jener Mann, der seit einem Vierteljahrhundert sein Freund und sein genauester Beobachter ist? Benjamin von Stuckrad-Barre, 1975 in Bremen geboren, einst Enfant terrible der deutschen Popliteratur, hat mit „Udo Fröhliche“ kein gewöhnliches Porträt vorgelegt. Das…

    Mehr lesen »

  • „Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber

    „Solange ein Streichholz brennt“ von Christian Huber

    „Wer kontrolliert, wie ein Bild gezeigt wird, kontrolliert dessen Wirkung“ S. 103 Christian Huber, dessen Debüt „Man vergisst nicht, wie man schwimmt“ ihn auf einen Schlag in die oberen Ränge der Bestsellerlisten trug, legt mit „Solange ein Streichholz brennt“ einen Roman vor, der seine Herkunft aus dem Medienbetrieb weder verleugnet noch ausstellt, sondern produktiv gegen…

    Mehr lesen »

  • „Böll kam nicht nach Troisdorf“ von Andreas Fischer

    „Böll kam nicht nach Troisdorf“ von Andreas Fischer

    „Wenn Vater an den Maschinen arbeitet, trinkt er keinen Schnaps.“S.148 Manchmal kommt die Post nicht an. Manchmal kommt sie zurück. Und manchmal kommt sie als Schuber mit drei Bänden, die ungelesen im Regal verstauben, bis sie Jahrzehnte später entsorgt werden.  Mit einer solchen Geste der unbeantwortet bleibenden Annäherung an den großen Bruder im Geiste beginnt…

    Mehr lesen »

  • „Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul

    „Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul

    „Du bist jetzt fast nicht mehr da, und irgendwie doch noch.“ (S. 96) Es beginnt mit Schmetterlingen und neckenden Freundinnen, die Mr. New endlich kennenlernen wollen. Eben wie Liebesgeschichten so beginnen, mit Kribbeln und Vorfreude, mit jenen ersten Wochen, in denen alles möglich scheint und nichts gewiss ist. Rosa und Nikolas verlieben sich, und keiner…

    Mehr lesen »

  • „Wilde Häuser“ von Colin Barrett

    „Wilde Häuser“ von Colin Barrett

    „Jeder Junge, jedes Kind ist fähig zu Grausamkeit, wenn Gelegenheit und Umstände zusammenpassen…“ Seite 117 In der westirischen Kleinstadt Ballina, an jenem äußersten Rand des Kontinents, an dem das Land sich der Atlantikküste entgegenstemmt, lässt Colin Barrett seinen Debütroman spielen.  Es ist ein Wochenende im Spätsommer, das Salmon Festival steht bevor, und am Freitagabend öffnet…

    Mehr lesen »

  • “Zerbrich mein nicht“ von Sibylle Reuter

    “Zerbrich mein nicht“ von Sibylle Reuter

    „Meine Mutter starb, als sie noch ein halbes Jahr zu leben hatte. S. 197 Sibylle Reuters Debütroman beginnt mit einer Konstellation, die in ihrer Komplexität fast schon programmatisch für das Buch wirkt. Geboren wird die Erzählerin in Sofia, von einer Mutter, die Bulgarien hasst, und einem ostdeutschen Vater im diplomatischen Dienst, der bald aus dem…

    Mehr lesen »

  • „Laute Nächte“ von Anna Freytag

    „Laute Nächte“ von Anna Freytag

    „Ich war 19, als ich gestorben bin.” (S. 301) Dieser Satz fällt nicht am Anfang des Romans, er fällt fast beiläufig und am Ende.  Es ist Kenni, der ihn denkt: ein junger Neunzehnjähriger, dessen Freundin Jasmin bei einem Autounfall ums Leben kam, der seit diesem Moment nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist und ob…

    Mehr lesen »

  • „Weißer Sommer“ von Eva Pramschüfer

    „Weißer Sommer“ von Eva Pramschüfer

    „Alles, was wild und frei ist, ist rot“. S. 73 Es gibt Sommer, die sich entfärben. Die ihre Wärme, ihre Farben verlieren, noch bevor man benennen kann, warum. Eva Pramschüfer, Jahrgang 1997, Journalistin und Debütautorin, nennt ihren Roman „Weißer Sommer” und lässt das Weiß für eine Leere stehen, ein Ausbleichen aller Farben, das schon begonnen…

    Mehr lesen »