Kategorie: Roman

  • „Mondblau“ von Fatma Mittler-Solak

    „Mondblau“ von Fatma Mittler-Solak

    „Ihr Traum war über die Jahre zu einem leeren Pustefix-Fläschchen geworden.“ (S. 76) Dieser Satz verrät schon, dass ein Traum ausgeträumt ist. Ein Traum, der einmal schillernd aufstieg, wie ein luftgefülltes Versprechen ist zerplatzt, nur ein leeres Behältnis ist geblieben. Fatma Mittler-Solak erzählt in „Mondblau“  von einem Lebensentwurf der sich so nicht erfüllte. Ayla und…

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  • „Boulder“ von Eva Baltasar

    „Boulder“ von Eva Baltasar

    „Das Leben, das nichts als eine Blumenwiese zu sein scheint, hat schon erste Löcher.“ (S. 10) Ein Satz des scheinbaren Idylls, dass gerade in Auflösung begriffen ist, bevor man sich darin einrichten kann.  Eva Baltasars „Boulder“ ist nach diesem Muster gebaut: Jede Gewissheit trägt ihren Riss schon in sich. Boulder ist Selfmade-Köchin, in der Küche…

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  • „Herzblut“ von Rüdiger Lange

    „Herzblut“ von Rüdiger Lange

    „Es ist die Geschichte eines Lebens im Rhythmus anderer Herzen“ (S. 10) Ein Organ als Taktgeber, ein Berufsleben das einem Rhythmus folgt, den oft andere vorgeben. Über 15.000 Herzoperationen in vierzig Jahren, das ist die Bilanz, die Prof. Dr. Rüdiger Lange, langjähriger Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum München, in „Herzblut-Spitzenchirurgie…

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  • „Die Rückkehr des alten Waran“ von Michal Ajvaz

    „Die Rückkehr des alten Waran“ von Michal Ajvaz

    „Die wahre Botschaft eines Buches findet man nicht, indem man dem Ende entgegenhechelt, sondern langsam hindurchschlendert, dem leisen Wellenschlag der Sprache lauscht.“ (S. 18) Der Satz ist eine kluge Gebrauchsanweisung für dieses Buch. Wer Michal Ajvaz in Veronika Siskas Übersetzung liest, sollte sein Tempo auf Spaziergangstempo drosseln. Die Erzählungen von „Die Rückkehr des alten Waran“…

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  • „Alice“ von Marlen Mairhofer

    „Alice“ von Marlen Mairhofer

    „Alice will einfach aufhören zu weinen.“ (S. 69) Der Satz ist nach der Grammatik gebaut, nach der der ganze Roman funktioniert: ein Name, ein Verb, kein Kommentar. Die Besprechung von Marlen Mairhofer’s Debüt soll mit einem Wortspiel beginnen, das den Sturz von Lewis Carrolls Alice in den Kaninchenbau in seine Redewendungen zerlegt.  Alice fällt hin, fällt…

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  • „das Tempo“ von Wiebke Porombka

    „das Tempo“ von Wiebke Porombka

    „(P)aßt du nicht auf den Omnibus, fährt er dich zu Appelmus.“  S.32 Dass ein Großstadtroman seine Verkehrswarnung im Takt eines Kinderreims ausspricht, verrät bereits die Anlage des ganzen Essays: Tempo erscheint hier nicht als Fortschrittsbegriff, sondern als Rhythmus, der jederzeit zwischen Bedrohung und Pointe kippen kann. Seit einigen Jahren lädt der Grazer Literaturverlag Droschl in…

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  • „Luzifers Roadtrip „ von Alex Flach

    „Luzifers Roadtrip „ von Alex Flach

    „Wo ‚Böse‘ aufhört und ‚Gut‘ beginnt, wird allein im Himmel entschieden.“ (S. 16) Dieser Satz verrät, dass Moral in Alex Flachs Kosmos um Himmel und Hölle eine Frage der Zuständigkeit ist. Im Oben und Unten gibt es gut funktionierende Verwaltungsapparate, Gott firmiert als CEO und steht ganz oben im Organigramm. Mit „Luzifers Roadtrip“ setzt der…

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  • „Liefern“ von Tomer Gardi

    „Liefern“ von Tomer Gardi

    „Auf der Straße hassen Sie uns, weil wir zu schnell fahren, zu Hause hassen Sie uns, weil wir zu langsam sind.“ (S. 153) Der Satz adressiert uns als Kundschaft und kennt für seine Sprecher kein richtiges Tempo. Zwischen zu schnell und zu langsam liegt kein Ort, und genau dort arbeiten die Rider. Ein Tipp aufs…

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  • „Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ von Sebastian Becker

    „Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ von Sebastian Becker

    „Du warst die kurze Zeit, in der ich angefangen habe, dich wirklich zu sehen. 172 „Es wird trotzdem wieder Sommer werden.“ (S. 94) Der Satz gibt dem Buch seinen Namen, taucht mittendrin auf, genau dort, wo aus dem Versprechen des Titels leise Hoffnung erwacht, die sich die Texte erst erarbeiten mussten. Ein Anruf. Intensivstation. Der…

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  • „Der Tod der schönen Rehböcke“ von Ota Pavel

    „Der Tod der schönen Rehböcke“ von Ota Pavel

    „… was immer in seinem Leben er auch lenkte, es fiel katastrophal aus.“ (S. 25) Wer das liest, ahnt nicht, wie oft ihm das Glück in den nächsten Geschichten  zuzwinkern wird. Es sind insgesamt Acht Geschichten von einem Familienschicksal. Sie werden episodisch erzählt. Der schmale Band folgt Leo, einem Mann und den Seinen durch die…

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  • „Bellende Katzen“ von Eka Kurniawan

    „Bellende Katzen“ von Eka Kurniawan

    „Du bist ein frommes Kind. Es wird Zeit zu beten.“ (S. 125) Zwei Sätze, die keinen Widerspruch zulassen. Eine Feststellung wie ein Befehl, der nicht verhandelbar erscheint.  Schon hier steht fest, worum es in diesem Roman geht: nicht um Glauben, sondern um die Identität, die ihm übergestülpt wird, in Form von Ritualen, die ihn seiner…

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  • „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler

    „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler

    „Dynamische Systeme sind Systeme, die sich unter äußeren Einwirkungen zeitlich verändern.“ (S. 47) Dieser Satz, der wie ein Zitat aus einem Fachbuch klingt, ist tatsächlich als „Bauplan“ zu verstehen, nach dem Peggy Mädlers Roman konstruiert ist. Was hier als kybernetische Definition eingeführt wird, ist zugleich das Modell, mit dem Georg, Roland und Marlies sich selbst,…

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