Schlagwort: muss man lesen

  • „Verlorene Schäfchen „ von Madeline Cash

    „Verlorene Schäfchen „ von Madeline Cash

    „Wenn sich ein Schaf verirrt, wird es meistens von Wölfen gerissen, weil es ohne die Herde schutzlos ist.“ (S. 118) Man verirrt sich selten auf einen Schlag. Man biegt ab, einmal, dann noch einmal, und irgendwann hält man den Umweg für den Weg. Die Schäfchen dieses Romans sind an diesem Punkt längst angekommen. Ihr Hirte,…

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  • „Alice“ von Marlen Mairhofer

    „Alice“ von Marlen Mairhofer

    „Alice will einfach aufhören zu weinen.“ (S. 69) Der Satz ist nach der Grammatik gebaut, nach der der ganze Roman funktioniert: ein Name, ein Verb, kein Kommentar. Die Besprechung von Marlen Mairhofer’s Debüt soll mit einem Wortspiel beginnen, das den Sturz von Lewis Carrolls Alice in den Kaninchenbau in seine Redewendungen zerlegt.  Alice fällt hin, fällt…

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  • „das Tempo“ von Wiebke Porombka

    „das Tempo“ von Wiebke Porombka

    „(P)aßt du nicht auf den Omnibus, fährt er dich zu Appelmus.“  S.32 Dass ein Großstadtroman seine Verkehrswarnung im Takt eines Kinderreims ausspricht, verrät bereits die Anlage des ganzen Essays: Tempo erscheint hier nicht als Fortschrittsbegriff, sondern als Rhythmus, der jederzeit zwischen Bedrohung und Pointe kippen kann. Seit einigen Jahren lädt der Grazer Literaturverlag Droschl in…

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  • „Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ von Sebastian Becker

    „Und es wird trotzdem wieder Sommer werden“ von Sebastian Becker

    „Du warst die kurze Zeit, in der ich angefangen habe, dich wirklich zu sehen. 172 „Es wird trotzdem wieder Sommer werden.“ (S. 94) Der Satz gibt dem Buch seinen Namen, taucht mittendrin auf, genau dort, wo aus dem Versprechen des Titels leise Hoffnung erwacht, die sich die Texte erst erarbeiten mussten. Ein Anruf. Intensivstation. Der…

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  • „Mittelberge“ von Kerstin Specht

    „Mittelberge“ von Kerstin Specht

    „Der Krieg ist ein Besen, er hat Leute auseinander – und zusammengekehrt.“S.119 „Sie schöpft Wörter ab / wie Rahm / Schmeckt an den Bedeutungen / die sind unerschöpflich” (S. 69) Dieser Vierzeiler, eingebettet in eines jener Gedichte, die den Roman kapitelweise unterbrechen, liest sich wie eine Selbstauskunft über dieses Buch. Kerstin Spechts erster Roman „Mittelberge”…

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  • „Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe

    „Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe

    „Veränderungen waren die Quelle allen Übels“ S.261 „… die Pinguine sind im Haus” (S. 151), heißt es, wenn sich die Kontrollorgane ankündigen und aus dem trägen Alltag im Baumarkt binnen Minuten ein einstudiertes Schauspiel wird.  Der Satz markiert die Nahtstelle, an der sich Denis Pfabes Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung” bewegt: zwischen dem, was in…

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  • „Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski

    „Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski

    „Bei der Einfahrt in den Bahnhof Lichtenberg verschwindet deine Übelkeit. Mit Nachdruck setzt du deine Füße auf den Bahnsteig, hebst das Kinn, hältst die Hand deiner Mutter, folgst deinem Vater.” (S. 103) Schon in dieser Ankunft steht die Anordnung fest, die den ganzen Roman trägt: einer geht voran, eine hält die Hand, eine folgt. Das…

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  • „Lori“ von Anousch Mueller

    „Lori“ von Anousch Mueller

    „Ein Geheimnis, das keines mehr ist, wird zur Lüge” (S. 7), heißt es im Prolog von Anousch Muellers Roman „Lori”, und dieser Satz legt bereits die ganze Konstruktion des Buches offen: eine ältere Schwester, von den Eltern totgeschwiegen, an die sich die Erzählerin Helena, genannt Leni, im Alter von acht Jahren dennoch wieder erinnert. Von…

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  • „Weltzeituhr“ von Helga Kurzchalia

    „Weltzeituhr“ von Helga Kurzchalia

    Wer wissen will, wie sich die DDR von innen anfühlte, in der Denkweise, in den Wortschöpfungen, in der Atmosphäre des Verschweigens, findet hier einen seltenen, klarsichtigen Zugang.

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  • „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

    „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

    „Aber ich trage zu viel Wut in mir. Alles was glänzt, mache ich kaputt.“  Ein Roman, der da beginnt, wo das Leben einsetzt: im Körper einer Frau, im Vorsprachlichen, im Ursprungsraum vor aller Erinnerung. Lilli  Tollkiens Debüt beginnt im Uterus. Lale wird in eine Welt geboren, die nicht auf sie gewartet hat, und der Roman…

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  • „Geschwister“ von Moa Herngren

    „Geschwister“ von Moa Herngren

    „Geschehen ist geschehen und gesehen ist gesehen,“ S.421 Familien sind Archive. Jedes Mitglied verwaltet ein eigenes Exemplar. Dasselbe Ereignis, denselben Vater, dieselbe Kindheit. Und weil niemand ins Archiv des anderen schaut, entstehen mit der Zeit drei, vier vollkommen verschiedene Versionen einer einzigen Wirklichkeit. Moa Herngren macht daraus Literatur. „Geschwister“ ist der dritte und abschließende Band…

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  • „Udo Fröhliche“ von Benjamin von Struckrad-Barre

    „Udo Fröhliche“ von Benjamin von Struckrad-Barre

    „Das Leben ist ein Aktivurlaub.“ S. 216 Udo Lindenberg ist gerade achtzig geworden. Und wer könnte das besser feiern als jener Mann, der seit einem Vierteljahrhundert sein Freund und sein genauester Beobachter ist? Benjamin von Stuckrad-Barre, 1975 in Bremen geboren, einst Enfant terrible der deutschen Popliteratur, hat mit „Udo Fröhliche“ kein gewöhnliches Porträt vorgelegt. Das…

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