Kategorie: Highlights

  • „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler

    „Selbstregulierung des Herzens“ von Peggy Mädler

    „Dynamische Systeme sind Systeme, die sich unter äußeren Einwirkungen zeitlich verändern.“ (S. 47) Dieser Satz, der wie ein Zitat aus einem Fachbuch klingt, ist tatsächlich als „Bauplan“ zu verstehen, nach dem Peggy Mädlers Roman konstruiert ist. Was hier als kybernetische Definition eingeführt wird, ist zugleich das Modell, mit dem Georg, Roland und Marlies sich selbst,…

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  • „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel

    „Anton und Alma“ von Dana Vowinckel

    Ein normaler Jude zu sein bedeutete, kaputt zu sein. Nicht normal zu sein. Es gab keine normalen Juden. (S. 182) Was wie ein beiläufiger Gedanke Antons klingt, legt bereits die Grundspannung des Romans offen: eine Identität, die sich stets vom Ausnahmezustand her definiert, nie vom Normalfall. Anton und Alma begegnen sich zweimal, als Jugendliche in…

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  • „1999 Meter über dem Meer“ von Caroline Wahl

    „1999 Meter über dem Meer“ von Caroline Wahl

    „Ich will reich sein, unabhängig und frei.” (S. 65) Ein Wunsch, der sich selbst schon unterläuft, kaum dass er ausgesprochen ist: drei Adjektive ohne Objekt, eine Formel, die eher benennt, was Samara nicht mehr sein will, als was sie werden könnte.  Nicht die Bestimmung eines Ziels grundiert diese Bewegung, sondern das fortwährende Verlassen des Vorherigen,…

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  • „Memoires of Heidelberg“ von Heinz Strunk

    „Memoires of Heidelberg“ von Heinz Strunk

    „Siebzehn Jahre Ehe haben ihre Konversation auf ein Minimum eingedampft.” (S. 18) Bertram und Isolde haben das Reden längst durch Routine ersetzt. Ihre Ehe haben sie einen schleichenden Verstummen ausgesetzt, die nur an der Oberfläche weiterfunktioniert.  Manche Ehen sterben nicht, sie verwesen bei laufendem Betrieb, und niemand schließt den Laden.  Der Anlass ihrer Reise nach…

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  • „Mittelberge“ von Kerstin Specht

    „Mittelberge“ von Kerstin Specht

    „Der Krieg ist ein Besen, er hat Leute auseinander – und zusammengekehrt.“S.119 „Sie schöpft Wörter ab / wie Rahm / Schmeckt an den Bedeutungen / die sind unerschöpflich” (S. 69) Dieser Vierzeiler, eingebettet in eines jener Gedichte, die den Roman kapitelweise unterbrechen, liest sich wie eine Selbstauskunft über dieses Buch. Kerstin Spechts erster Roman „Mittelberge”…

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  • „Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe

    „Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe

    „Veränderungen waren die Quelle allen Übels“ S.261 „… die Pinguine sind im Haus” (S. 151), heißt es, wenn sich die Kontrollorgane ankündigen und aus dem trägen Alltag im Baumarkt binnen Minuten ein einstudiertes Schauspiel wird.  Der Satz markiert die Nahtstelle, an der sich Denis Pfabes Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung” bewegt: zwischen dem, was in…

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  • „Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski

    „Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski

    „Bei der Einfahrt in den Bahnhof Lichtenberg verschwindet deine Übelkeit. Mit Nachdruck setzt du deine Füße auf den Bahnsteig, hebst das Kinn, hältst die Hand deiner Mutter, folgst deinem Vater.” (S. 103) Schon in dieser Ankunft steht die Anordnung fest, die den ganzen Roman trägt: einer geht voran, eine hält die Hand, eine folgt. Das…

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  • „Lori“ von Anousch Mueller

    „Lori“ von Anousch Mueller

    „Ein Geheimnis, das keines mehr ist, wird zur Lüge” (S. 7), heißt es im Prolog von Anousch Muellers Roman „Lori”, und dieser Satz legt bereits die ganze Konstruktion des Buches offen: eine ältere Schwester, von den Eltern totgeschwiegen, an die sich die Erzählerin Helena, genannt Leni, im Alter von acht Jahren dennoch wieder erinnert. Von…

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  • „In Bloom“ von Liz Bloom

    „In Bloom“ von Liz Bloom

    „Als ob Mädchen wie wir je gewinnen.” (S. 168) Sieben Worte, die den ganzen Roman zusammenfassen, noch bevor er sein Fundament, an anderer Stelle, wirklich preisgibt. In der australischen Kleinstadt Vincent, Hauptstadt der Teenie-Schwangerschaften und abgehauenen Väter, träumen vier Mädchen von der Flucht. Ihr Vehikel: eine Band, drei Akkorde, Kurt Cobain als Ersatzreligion, und diese…

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  • „Harte Strandparty“ von Inga Machel

    „Harte Strandparty“ von Inga Machel

    „Wenn er eines weiß, dann, dass er den Müll und das Müllsein ein für alle Mal loswerden muss.“ (S. 140) Drei Leben. Das Messer. Ein und derselbe Abgrund. Inga Machels Debütroman „Harte Strandparty“ ist kein Buch zum entspannten Lesen. Es ist eines, das sich brutal festsetzt – durch seine Sprache, seine Protagonisten und in seinen…

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  • „Katharsis“ von Maciej Siembieda

    „Katharsis“ von Maciej Siembieda

    „Ich heiße Kostas Tosidos. Ich bin Grieche.“ Seite 627 „Katharsis” von Maciej Siembieda fand sich im Juni 2026 auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk wieder. Obwohl das Buch für mich weit mehr war als ein Krimi. Es geht um Politik, Geheimdienste, Gauner, Schmuggler und Korruption weit über Polen und die Stadt Gdynia hinaus.…

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  • „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

    „Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien

    „Aber ich trage zu viel Wut in mir. Alles was glänzt, mache ich kaputt.“  Ein Roman, der da beginnt, wo das Leben einsetzt: im Körper einer Frau, im Vorsprachlichen, im Ursprungsraum vor aller Erinnerung. Lilli  Tollkiens Debüt beginnt im Uterus. Lale wird in eine Welt geboren, die nicht auf sie gewartet hat, und der Roman…

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