Kategorie: Highlights
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„Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe
„Veränderungen waren die Quelle allen Übels“ S.261 „… die Pinguine sind im Haus” (S. 151), heißt es, wenn sich die Kontrollorgane ankündigen und aus dem trägen Alltag im Baumarkt binnen Minuten ein einstudiertes Schauspiel wird. Der Satz markiert die Nahtstelle, an der sich Denis Pfabes Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung” bewegt: zwischen dem, was in…
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„Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski
„Bei der Einfahrt in den Bahnhof Lichtenberg verschwindet deine Übelkeit. Mit Nachdruck setzt du deine Füße auf den Bahnsteig, hebst das Kinn, hältst die Hand deiner Mutter, folgst deinem Vater.” (S. 103) Schon in dieser Ankunft steht die Anordnung fest, die den ganzen Roman trägt: einer geht voran, eine hält die Hand, eine folgt. Das…
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„Lori“ von Anousch Mueller
„Ein Geheimnis, das keines mehr ist, wird zur Lüge” (S. 7), heißt es im Prolog von Anousch Muellers Roman „Lori”, und dieser Satz legt bereits die ganze Konstruktion des Buches offen: eine ältere Schwester, von den Eltern totgeschwiegen, an die sich die Erzählerin Helena, genannt Leni, im Alter von acht Jahren dennoch wieder erinnert. Von…
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„In Bloom“ von Liz Bloom
„Als ob Mädchen wie wir je gewinnen.” (S. 168) Sieben Worte, die den ganzen Roman zusammenfassen, noch bevor er sein Fundament, an anderer Stelle, wirklich preisgibt. In der australischen Kleinstadt Vincent, Hauptstadt der Teenie-Schwangerschaften und abgehauenen Väter, träumen vier Mädchen von der Flucht. Ihr Vehikel: eine Band, drei Akkorde, Kurt Cobain als Ersatzreligion, und diese…
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„Harte Strandparty“ von Inga Machel
„Wenn er eines weiß, dann, dass er den Müll und das Müllsein ein für alle Mal loswerden muss.“ (S. 140) Drei Leben. Das Messer. Ein und derselbe Abgrund. Inga Machels Debütroman „Harte Strandparty“ ist kein Buch zum entspannten Lesen. Es ist eines, das sich brutal festsetzt – durch seine Sprache, seine Protagonisten und in seinen…
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„Katharsis“ von Maciej Siembieda
„Ich heiße Kostas Tosidos. Ich bin Grieche.“ Seite 627 „Katharsis” von Maciej Siembieda fand sich im Juni 2026 auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk wieder. Obwohl das Buch für mich weit mehr war als ein Krimi. Es geht um Politik, Geheimdienste, Gauner, Schmuggler und Korruption weit über Polen und die Stadt Gdynia hinaus.…
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„Mit beiden Händen den Himmel stützen“ von Lilli Tollkien
„Aber ich trage zu viel Wut in mir. Alles was glänzt, mache ich kaputt.“ Ein Roman, der da beginnt, wo das Leben einsetzt: im Körper einer Frau, im Vorsprachlichen, im Ursprungsraum vor aller Erinnerung. Lilli Tollkiens Debüt beginnt im Uterus. Lale wird in eine Welt geboren, die nicht auf sie gewartet hat, und der Roman…
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„Geschwister“ von Moa Herngren
„Geschehen ist geschehen und gesehen ist gesehen,“ S.421 Familien sind Archive. Jedes Mitglied verwaltet ein eigenes Exemplar. Dasselbe Ereignis, denselben Vater, dieselbe Kindheit. Und weil niemand ins Archiv des anderen schaut, entstehen mit der Zeit drei, vier vollkommen verschiedene Versionen einer einzigen Wirklichkeit. Moa Herngren macht daraus Literatur. „Geschwister“ ist der dritte und abschließende Band…
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„Kurz bevor der Tag beginnt, ist die Nacht am dunkelsten“ von Wolf-Ingo Härtl
„Wieviel ist ein Menschenleben noch wert“ Seit sechs Jahren bringt Marie Menschen gegen Bezahlung um. Sie hält ihre Arbeit für verwerflich, aber nicht für unmoralisch, und in dieser feinen Unterscheidung liegt bereits der ganze Abgrund der Figur. Seit Anbeginn der Zeit, so ihre Logik, bringen Menschen Menschen um, und wo sie es nicht selbst tun,…
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„Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul
„Du bist jetzt fast nicht mehr da, und irgendwie doch noch.“ (S. 96) Es beginnt mit Schmetterlingen und neckenden Freundinnen, die Mr. New endlich kennenlernen wollen. Eben wie Liebesgeschichten so beginnen, mit Kribbeln und Vorfreude, mit jenen ersten Wochen, in denen alles möglich scheint und nichts gewiss ist. Rosa und Nikolas verlieben sich, und keiner…
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„Wilde Häuser“ von Colin Barrett
„Jeder Junge, jedes Kind ist fähig zu Grausamkeit, wenn Gelegenheit und Umstände zusammenpassen…“ Seite 117 In der westirischen Kleinstadt Ballina, an jenem äußersten Rand des Kontinents, an dem das Land sich der Atlantikküste entgegenstemmt, lässt Colin Barrett seinen Debütroman spielen. Es ist ein Wochenende im Spätsommer, das Salmon Festival steht bevor, und am Freitagabend öffnet…
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„Rückverwandlung“ von Marcus Hammerschmitt
„Aber so ist der Mensch; er denkt nur, was ihm gefällt“ Seite 6 Schon der Titel ist ein Versprechen, das sich nicht einlösen lässt. Rückverwandlung, das klingt zunächst nach Märchen, nach dem Kuss, der den Frosch wieder zum Prinzen macht, nach den Schwänen, die zu Elisas Brüdern werden, nach jener Erlösung, die das Volksmärchen so…

