Schlagwort: deutsche Autorin

  • „Karacho“ von Susanne Schirdewahn

    „Karacho“ von Susanne Schirdewahn

     „Ich lasse das Leben zu.“ S.154 Sie sitzt am Fenster, schaut in die Wolken. Gerade ist er gefallen, dieser Satz: Ich liebe dich nicht mehr. Susanne Schirdewahn setzt ihre Protagonistin in diesem einen Moment aus, bevor alles beginnt. Kein Anlauf, kein Vorzeichen. Nur die Stille nach dem Einschlag. Das ist ganz nach meinem Geschmack, und

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  • „Pina fällt aus“ von Vera Zischke

    „Pina fällt aus“ von Vera Zischke

    „Es braucht Störsteine. Es braucht sie sogar ganz dringend. Und sie müssen mitten im Fluss stehen, nicht am Rand.” (S. 276) Vielleicht kennt noch jemand die Fernsehserie „Drei Engel für Charlie“ von 1976, in der drei elegante Frauen im Auftrag des unsichtbaren Chefs Charlie Verbrecher jagten. Jill Monroe, alias Farrah Fawcett, war für eine ganze

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  • „Dunkle Momente“ von Elisa Hoven

    „Dunkle Momente“ von Elisa Hoven

    „Ich finde es erstaunlich wie aus einem Menschen ein Gegenstand wird. Im Strafrecht gilt der tote Körper als Sache, wie ein Auto oder ein Hut.“ Seite 60 Es ist ein zutiefst unbehagliches Vergnügen, das Dunkle Momente bereitet. Unbehaglich, weil dieses Buch unseren Voyeurismus nicht nur bedient, sondern ihn geradezu herausfordert.  Wir sitzen in der ersten

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  • „La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg

    „La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg

    „Anarchie regelt sich selbst.“ S. 117 Sibylle Berg stellt in PNR: La Bella Vita nicht einfach „die Frage nach einer anderen Welt“. Sie legt hier keine klassische Dystopie/Utopie vor und verweigert sowohl eine apokalyptische Kulisse als auch realistische Zukunftssimulation. Stattdessen entwirft sie einen literarischen Stresstest, der die Fähigkeit zur Imagination der Leserinnen und Leser prüft.

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  • „Prinzessin Alice“ von Irene Dische

    „Prinzessin Alice“ von Irene Dische

    „Zeit ist ein Nahrungsmittel wie Wasser und Essen nur sehr begrenzt verfügbar. Seite 72 Was für ein Auftakt! Schon auf Seite acht schlägt Irene Dische das Zelt ihrer literarischen Frechheit auf: „Sie liebte das Leben mit solcher Inbrunst, dass ich nach einer Zeit ekstatischen Betens ihre Beckenmuskeln rhythmisch zusammenzogen. In jenen Momenten war ihr Stöhnen

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  • „Schöne Scham“ von Bianca Nawrath

    „Schöne Scham“ von Bianca Nawrath

    „Ich frage mich, ob er (der Schmetterling) weiß, wie schmal der Grad zwischen Fliegen und fallen ist.… Seite 236 Bianca Nawraths Roman „Schöne Scham“ nimmt sich eines Gefühls an, das wohl jede und jeder kennt und doch so schwer zu fassen ist. Scham ist vielgestaltig, sie nistet sich in den Ritzen des Selbst ein, macht

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  • „Blinde Geister“ von Lina Schwenk

    „Blinde Geister“ von Lina Schwenk

    „Manche Worte brauchten ein ganzes Leben um anzukommen.“ S. 16 Lina Schwenks Debüt Blinde Geister ist ein Roman über die Unsichtbarkeit familiärer Verletzungen und die leise, doch unausweichliche Macht des Erbes von Kriegstraumata. Schon die Eröffnungsszene – zwei alte Menschen, hilflos im Bad, Rücken aneinander gelehnt, dem Tod ausgeliefert – hat etwas Filmisches, ja Ikonisches.

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  • „Eine Leiche mit Meerblick“ von Tina Wälde

    „Eine Leiche mit Meerblick“ von Tina Wälde

    „Wenn man Kummer hat, sollte man an Kalorien nicht sparen. Das macht nur Falten.“ Seite 81 E-Book 3. Teil der Cosy Crime Reihe um den Hobbyermittler Pana Was für ein Einstieg! Das neueste Abenteuer von Hobbyermittler Pana beginnt – im wahrsten Sinne – mit einem Knall 💥 und einem höchst privaten Kapitel, das neugierig macht

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  • „Halbinsel“ von Kristine Bilkau

    „Halbinsel“ von Kristine Bilkau

    „Aus Fürsorge erwächst Hoffnung, Hoffnungen verwandeln sich in Erwartungen.“ Seite 216 Ein Sommer mit Linn, so könnte „Halbinsel“ von Kristine Bilkau auch genannt werden, ist ein stilles, dabei ungemein eindringliches Buch. Es erzählt die Geschichte einer Mutter und ihrer erwachsenen Tochter – und in Wahrheit doch viel mehr: ein literarisches Nachdenken über Fürsorge und Freiheit,

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  • „Fliehkraft“ von Britta Röder

    „Fliehkraft“ von Britta Röder

     „Wer die Vergangenheit permanent in Frage stellt, wird mit der Gegenwart kaum zurechtkommen „. Seite 223 Britta Röder wirbelt in Fliehkraft sieben Erzählungen durcheinander, die eins gemeinsam haben: Sie holen ihre Figuren aus dem Zentrum ihres Alltags, schleudern sie an den Rand und zwingen sie, mal einen anderen Blick auf das eigene Leben zu werfen

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  • „Wachs“ von Christine Wunnicke

    „Wachs“ von Christine Wunnicke

    „Mit den Jahren verschwand viel Menschliches aus dem Menschen und allerlei Tierisches trat hinzu.“ Seite 36 Christine Wunnickes Wachs ist  entgegen schwerer, düsterer Historien-Brocken ein schmaler Roman, der sich dennoch gewichtig anfühlt.  Er entführt die Leserinnen und Leser in ein Paris der Extreme: Hitze, Gestank, Tod – die Stadt scheint im 18. Jahrhundert im Chaos

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  • „Immer Mehr von Weniger“ von Dr. Anja Osswald

    „Immer Mehr von Weniger“ von Dr. Anja Osswald

    Wer bin »Ich« und was ist »Ich«, wenn dieses -Ich« sein »Ich« vergisst?  „Immer Mehr von Weniger“ ist ein tief berührendes erzählendes Sachbuch der Tochter, das sich auf sehr persönliche Weise mit dem langsamen Verschwinden der Mutter durch die Demenz auseinandersetzt.  Die Autorin Anja Osswald verwebt autobiografische Erlebnisse mit philosophischen Reflexionen und zeichnet so ein

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