Kategorie: Roman

  • „Real Americans“ von Rachel Khong

    „Real Americans“ von Rachel Khong

    „Anfangsfehler führen in der Summe zum Versagen“. S. 272 Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat mit der Entscheidung, Real Americans im Rahmen der Kampagne #deutschlandliesteinbuch ins Zentrum einer kollektiven Lektüre zu stellen, ein feines Gespür für Gegenwartsliteratur bewiesen.  Denn Rachel Khongs monumentaler Roman ist klug kalkulierte Breitenwirksamkeit im besten Sinne: ein Buch, das sich leicht…

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  • „Salto von Kurt Prödel“

    „Salto von Kurt Prödel“

    „Nehmen Sie sich kein Leben vor, dass sie ohnehin nicht haben wollen. Seite 232 Schon auf den ersten Seiten atmet einen dieses Buch warm an. Es ist keine demonstrative Wärme, sondern eine leise, beinahe beiläufige Geste der Zärtlichkeit. Die Vater-Sohn-Liebe liegt über allem wie eine Decke, unter der man noch etwas Kälte spürt, denn eine…

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  • „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kavouras

    „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kavouras

    „Die Blätter färben sich herbstlich, Papa ist immer noch nicht tot.“ Seite 71 Wie kann sie nur solche Sätze schreiben. Sie klatschen einem wie eine flache Hand ins Gesicht. Man hält inne, erschrickt, schüttelt ungläubig den Kopf – und liest weiter. Nefeli Kavouras traut sich hier etwas. Sie beginnt nicht mit einem langsamen Herantasten an…

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  • „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve

    „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve

    „…Gerade weil er so abhängig von mir war und das nicht ertrug, musste ich erniedrigt werden. Seite 83 Christien Brinkgreve durchmisst nach dem Tod ihres Mannes das emotionale Labyrinth einer vierzigjährigen Ehe. „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ ist kein spätes Abrechnen, sondern eher eine methodische Sichtung.  Die Autorin reist zurück an die Anfänge der…

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  • „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras

    „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras

    „Vielleicht würde Vio ein deutsches Kind werden, wie alle anderen. Seite 69 „Das schönste aller Leben“, Dieser Titel klingt wie ein Segensspruch. Man flüstert ihn Neugeborenen zu, man denkt ihn für sich selbst, man projiziert ihn auf die eigenen Kinder.  Im Roman von Betty Boras ist er keine Verheißung, sondern eine Prüfung. Er fragt eher…

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  • „Blender“ von Anke Engelmann

    „Blender“ von Anke Engelmann

    „„Ich war siebzehn und hatte den Rausch entdeckt. Er gefiel mir besser als die Wirklichkeit. Seite 42 Es gibt Romane, die erzählen Geschichte. Und es gibt Romane, die lassen Geschichte fühlen wie klebriges Polyester  und den Kopfschmerz nach zu viel Rosenthaler Kadarka.  Anke Engelmanns Blender ist beides zugleich: Schelmenroman und Tragikomödie. Der Roman erzählt vom…

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  • „Opernball“ von Stefanie Sargnagel

    „Opernball“ von Stefanie Sargnagel

    „Die Dünnsten sind die Schönsten.“ S.33 Der Wiener Opernball ist ja aus sicherer Distanz betrachtet ein Hochamt des gepflegten Eskapismus. Blütenweiß gewandete Debütantinnen drehen sich synchron zu Walzerklängen, als hätte Johann Strauß persönlich die Choreografie geplant. Vor dem Bildschirm wird man weich und möchte fast selbst in Tüll baden. Weniger weich wird einem traditionell bei…

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  • „Im Paradies“ von Dorota Masłowska

    „Im Paradies“ von Dorota Masłowska

    „Mama geht mit klapperndem Besteck ab, ihre Brauen wollen weg aus dem Gesicht, irgendwohin, wo die Leute weniger bescheuert sind. Seite 9 Dorota Masłowskas kurze Prosa in dem Band „Im Paradies“ kennt keinen gemächlichen Eintritt. Ihre Geschichten umkreisen sprachlich wunde Punkte, die der Lesende nur dann in sich freilegt, wenn er sich nicht allein intellektuell,…

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  • „Gromzell“ von Dirk Bernemann

    „Gromzell“ von Dirk Bernemann

    „Ganz Gromzell ist eine geschlossene Gerontopsychiatrie …“ (S. 24) Dirk Bernemanns Gromzell beginnt wie ein Prospekt aus dem Tourismusbüro. Ein Dorf mit etwas über 1000 Seelen, eingebettet zwischen dichtem Wald und einem Hausberg, der über allem thront und Sicherheit verspricht. Reine Bergluft, reine Herzen, reine Traditionen. Man ist gottesfürchtig in Gromzell und wo der Glaube…

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  • „Der andere Arthur“ von Liz Moore

    „Der andere Arthur“ von Liz Moore

    „Ich habe das Gefühl, Menschen sind erst dann wirklich tot, wenn man nichts Neues mehr über sie erfährt.“ Seite 369 Charlene, 19, betritt voller Stolz den Seminarraum eines College. Sie trägt Rot, Grün und Gelb und „sie sieht aus wie eine Ampel“ (S. 19) . Es ist die Zeit überdimensionierter Schulterpolster, quietschbunter T-Shirts und Schlaghosen;…

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  • „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen

    „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen

    „Es liegt nun einmal in der menschlichen Natur, alles besser wissen zu wollen als andere, aber beibringen können wir anderen leider nichts, was der Mühe wert ist. Seite 351 Stolz und Vorurteil erweist sich insgesamt als weit mehr als eine Liebesgeschichte mit Happy End. Jane Austen verbindet in diesem Roman Gesellschaftskomödie, moralische Entwicklungsgeschichte und subtile…

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  • „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich einmal nackt gesehen haben“ von Anika Decker in der Hörbuchversion Riemann/Mühe

    „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich einmal nackt gesehen haben“ von Anika Decker in der Hörbuchversion Riemann/Mühe

    „Geh raus Schatz und leb mal wieder“ Anika Decker, bekannt für ihre Drehbücher zu populären romantischen Komödien, bleibt auch in ihrem Roman Zwei vernünftige Erwachsene die sich einmal nackt gesehen haben“ dem Genre der Beziehungsgeschichte treu, erweitert es jedoch um eine gesellschaftlich scharf gestellte, erstaunlich bittere Dimension.  Was als turbulente Alltagsgeschichte beginnt, entwickelt sich zu…

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