Kategorie: Rezension

  • „Blender“ von Anke Engelmann

    „Blender“ von Anke Engelmann

    „„Ich war siebzehn und hatte den Rausch entdeckt. Er gefiel mir besser als die Wirklichkeit. Seite 42 Es gibt Romane, die erzählen Geschichte. Und es gibt Romane, die lassen Geschichte fühlen wie klebriges Polyester  und den Kopfschmerz nach zu viel Rosenthaler Kadarka.  Anke Engelmanns Blender ist beides zugleich: Schelmenroman und Tragikomödie. Der Roman erzählt vom

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  • „Tagebuch aus Gaza“ von Karin Glatz Brubakk

    „Tagebuch aus Gaza“ von Karin Glatz Brubakk

    „Wie auf einem Fließband werden die Zukunftsträume von Kindern zerstört.“ S.201 „Ich habe den Klang des Krieges gehört.“ Nicht in Form von Bombenexplosionen, sondern als alarmierende, raue Angst, Schreie traumatisierter Kinder.“ S. 9  Mit diesen Sätzen eröffnet Katrin Glatz Brubakk ihr Buch, und setzt den Ton für einen erschütternden Bericht. Die norwegisch-deutsche Kinderpsychologin und Psychotraumatologin

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  • „Opernball“ von Stefanie Sargnagel

    „Opernball“ von Stefanie Sargnagel

    „Die Dünnsten sind die Schönsten.“ S.33 Der Wiener Opernball ist ja aus sicherer Distanz betrachtet ein Hochamt des gepflegten Eskapismus. Blütenweiß gewandete Debütantinnen drehen sich synchron zu Walzerklängen, als hätte Johann Strauß persönlich die Choreografie geplant. Vor dem Bildschirm wird man weich und möchte fast selbst in Tüll baden. Weniger weich wird einem traditionell bei

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  • „Im Paradies“ von Dorota Masłowska

    „Im Paradies“ von Dorota Masłowska

    „Mama geht mit klapperndem Besteck ab, ihre Brauen wollen weg aus dem Gesicht, irgendwohin, wo die Leute weniger bescheuert sind. Seite 9 Dorota Masłowskas kurze Prosa in dem Band „Im Paradies“ kennt keinen gemächlichen Eintritt. Ihre Geschichten umkreisen sprachlich wunde Punkte, die der Lesende nur dann in sich freilegt, wenn er sich nicht allein intellektuell,

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  • „Gromzell“ von Dirk Bernemann

    „Gromzell“ von Dirk Bernemann

    „Ganz Gromzell ist eine geschlossene Gerontopsychiatrie …“ (S. 24) Dirk Bernemanns Gromzell beginnt wie ein Prospekt aus dem Tourismusbüro. Ein Dorf mit etwas über 1000 Seelen, eingebettet zwischen dichtem Wald und einem Hausberg, der über allem thront und Sicherheit verspricht. Reine Bergluft, reine Herzen, reine Traditionen. Man ist gottesfürchtig in Gromzell und wo der Glaube

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  • „Der andere Arthur“ von Liz Moore

    „Der andere Arthur“ von Liz Moore

    „Ich habe das Gefühl, Menschen sind erst dann wirklich tot, wenn man nichts Neues mehr über sie erfährt.“ Seite 369 Charlene, 19, betritt voller Stolz den Seminarraum eines College. Sie trägt Rot, Grün und Gelb und „sie sieht aus wie eine Ampel“ (S. 19) . Es ist die Zeit überdimensionierter Schulterpolster, quietschbunter T-Shirts und Schlaghosen;

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  • „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen

    „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen

    „Es liegt nun einmal in der menschlichen Natur, alles besser wissen zu wollen als andere, aber beibringen können wir anderen leider nichts, was der Mühe wert ist. Seite 351 Stolz und Vorurteil erweist sich insgesamt als weit mehr als eine Liebesgeschichte mit Happy End. Jane Austen verbindet in diesem Roman Gesellschaftskomödie, moralische Entwicklungsgeschichte und subtile

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  • „Der stumme Zeuge“ von Conny Lüscher

    „Der stumme Zeuge“ von Conny Lüscher

    „Na schön, dann lasst uns spielen!“ Seite 64 Der böse Wolf ist eine Urfigur unserer kollektiven Kindheit. In Märchen wie Rotkäppchen oder Die drei kleinen Schweinchen steht er für rohe Gewalt, für das Unbekannte, für eine Bedrohung, die größer ist als wir selbst. Ein Wesen, dem man nicht entkommt. Vor dem man kann nur fliehen

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  • „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich einmal nackt gesehen haben“ von Anika Decker in der Hörbuchversion Riemann/Mühe

    „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich einmal nackt gesehen haben“ von Anika Decker in der Hörbuchversion Riemann/Mühe

    „Geh raus Schatz und leb mal wieder“ Anika Decker, bekannt für ihre Drehbücher zu populären romantischen Komödien, bleibt auch in ihrem Roman Zwei vernünftige Erwachsene die sich einmal nackt gesehen haben“ dem Genre der Beziehungsgeschichte treu, erweitert es jedoch um eine gesellschaftlich scharf gestellte, erstaunlich bittere Dimension.  Was als turbulente Alltagsgeschichte beginnt, entwickelt sich zu

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  • „Das gute Benehmen“ von Molly Keane

    „Das gute Benehmen“ von Molly Keane

    „Dann Schritt sie davon, elegant, wie auf Stelzen, all den Sorgen unten am Boden.“ Seite 228 Zum Inhalt: Aroon und ihr jüngerer Bruder Hubert wachsen auf Temple Alice, einem irischen Landsitz mit hundert Morgen Land auf.  Sie werden umsorgt von Nanny’s und der Kinderfrau Mrs. Brock. Die Mutter reagiert auf ihre Kinder eher mit gereiztem

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  • „Happily“ von Sabrina Orah Mark

    „Happily“ von Sabrina Orah Mark

    „Wie viele Minuten Kindheit haben alle unsere Kinder noch übrig?“ Seite 21 Happily trägt einen Titel, der fröhlich wirkt. Harmlos klingt er und ein wenig märchenhaft. Doch wie bei vielen Märchen, die sich erst im Rückblick als Zumutung für die kindliche Psyche entpuppen, erweist sich auch dieses Buch als Irritation. Happily verstört und es verlangt

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  • „Das Glück der Bücher“ von Karin Joachim

    „Das Glück der Bücher“ von Karin Joachim

    Eine Hommage auf die Welt der Bücher und auf die Freundschaft Suchen wir nicht alle das Glück in den Büchern? Wer diese Frage ohne Zögern mit Ja beantwortet, wird hier fündig, wenn auch nicht im Sinne großer Literatur. Das Glück der Bücher ist kein Roman, der stilistisch Wagnisse eingeht oder formale Grenzen verschiebt. Er ist

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