Schlagwort: Rowohlt Verlag
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„Memoires of Heidelberg“ von Heinz Strunk
„Siebzehn Jahre Ehe haben ihre Konversation auf ein Minimum eingedampft.” (S. 18) Bertram und Isolde haben das Reden längst durch Routine ersetzt. Ihre Ehe haben sie einen schleichenden Verstummen ausgesetzt, die nur an der Oberfläche weiterfunktioniert. Manche Ehen sterben nicht, sie verwesen bei laufendem Betrieb, und niemand schließt den Laden. Der Anlass ihrer Reise nach…
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„Frauen im Sanatorium“ von Anna Prizkau
„Die Seele besiegt den Körper immer.“ S.72 „Erzählen als Therapie, als Täuschung, als Überleben.” So bringt es Marlen Hobrack in der Welt am Sonntag auf den Punkt (14. Dezember 2025), eine Dreiteilung, die eine Diagnose für diese Lektüre anbietet, an dem sich jede der Frauen in Prizkau‘s „Sanatorium der Frauen“ messen lässt. Was als Heilung…
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„Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe
„Veränderungen waren die Quelle allen Übels“ S.261 „… die Pinguine sind im Haus” (S. 151), heißt es, wenn sich die Kontrollorgane ankündigen und aus dem trägen Alltag im Baumarkt binnen Minuten ein einstudiertes Schauspiel wird. Der Satz markiert die Nahtstelle, an der sich Denis Pfabes Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung” bewegt: zwischen dem, was in…
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„Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul
„Du bist jetzt fast nicht mehr da, und irgendwie doch noch.“ (S. 96) Es beginnt mit Schmetterlingen und neckenden Freundinnen, die Mr. New endlich kennenlernen wollen. Eben wie Liebesgeschichten so beginnen, mit Kribbeln und Vorfreude, mit jenen ersten Wochen, in denen alles möglich scheint und nichts gewiss ist. Rosa und Nikolas verlieben sich, und keiner…
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„Weißer Sommer“ von Eva Pramschüfer
„Alles, was wild und frei ist, ist rot“. S. 73 Es gibt Sommer, die sich entfärben. Die ihre Wärme, ihre Farben verlieren, noch bevor man benennen kann, warum. Eva Pramschüfer, Jahrgang 1997, Journalistin und Debütautorin, nennt ihren Roman „Weißer Sommer” und lässt das Weiß für eine Leere stehen, ein Ausbleichen aller Farben, das schon begonnen…
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„Es war nicht anders möglich“ von Svenja Liesau
„Verlust ist auch bloß eine Challenge, die es zu meistern gilt.“ S.20 Berliner Nächte haben eine eigene Grammatik. Man betritt eine Eckkneipe, ruft ein lautes „Nabend” in den Raum und ist drin. Unaufgefordert segelt eine Weißweinschorle und ein Wodka auf den Tisch. Die Stammtrinker nicken. Die Stammtischphilosophen schwafeln im breiten Berliner Dialekt vom Rand der…
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„Opernball“ von Stefanie Sargnagel
„Die Dünnsten sind die Schönsten.“ S.33 Der Wiener Opernball ist ja aus sicherer Distanz betrachtet ein Hochamt des gepflegten Eskapismus. Blütenweiß gewandete Debütantinnen drehen sich synchron zu Walzerklängen, als hätte Johann Strauß persönlich die Choreografie geplant. Vor dem Bildschirm wird man weich und möchte fast selbst in Tüll baden. Weniger weich wird einem traditionell bei…
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„Im Paradies“ von Dorota Masłowska
„Mama geht mit klapperndem Besteck ab, ihre Brauen wollen weg aus dem Gesicht, irgendwohin, wo die Leute weniger bescheuert sind. Seite 9 Dorota Masłowskas kurze Prosa in dem Band „Im Paradies“ kennt keinen gemächlichen Eintritt. Ihre Geschichten umkreisen sprachlich wunde Punkte, die der Lesende nur dann in sich freilegt, wenn er sich nicht allein intellektuell,…
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„Die Assistentin“ von Caroline Wahl
„Morgen denke ich mit, sagte Charlotte… S.79 Caroline Wahls dritter Roman hat, bevor man auch nur die erste Seite aufschlägt, bereits für gehörige Unruhe gesorgt. Von den Medien befeuert, von der Autorin selbst keck in Szene gesetzt, von Rezensionen unterschiedlichster Couleur flankiert. Es stand, wie kaum ein literarisches Werk der Saison, im Scheinwerferlicht. Zum Inhalt…
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Single Mom Supper Club von Jacinta Nandi
Ihr meint nur: Hört auf, Ausländer zu sein.“ Seite 79 Das erste Bild ist trügerisch: Jacinta Nandi, in einem YouTube-Video, klein, mit dunklem Haar und Augen, die im Lachen fast zu kullern scheinen. Die Stimme – ein charmanter, britischer Akzent, der jede Silbe in federnde Leichtigkeit hüllt. Alles deutet auf Unschuld, auf ein höfliches Spiel…

