Kategorie: Highlights

  • „Das gute Benehmen“ von Molly Keane

    „Das gute Benehmen“ von Molly Keane

    „Dann Schritt sie davon, elegant, wie auf Stelzen, all den Sorgen unten am Boden.“ Seite 228 Zum Inhalt: Aroon und ihr jüngerer Bruder Hubert wachsen auf Temple Alice, einem irischen Landsitz mit hundert Morgen Land auf.  Sie werden umsorgt von Nanny’s und der Kinderfrau Mrs. Brock. Die Mutter reagiert auf ihre Kinder eher mit gereiztem

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  • „Neben Fremden“ von Eva Schmidt

    „Neben Fremden“ von Eva Schmidt

    „Es hatte auch gute Zeiten gegeben.“ (S. 156) -dieser Satz wirkt wie eine nüchterne Bestandsaufnahme und zugleich wie ein Abschied. Er verweist auf ein Leben, das einmal mehr versprach als es nun einlöst, und lässt bereits erahnen, dass die Gegenwart von Verlust und Ernüchterung geprägt ist. Die guten Zeiten liegen hinter der Erzählerin; das Jetzt

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  • „Die Schwarzgeherin“ von Regina Denk

    „Die Schwarzgeherin“ von Regina Denk

    „Sie wollte nicht weg, konnte nicht bleiben. Seite 391 Die Schwarzgeherin von Regina Denk ist ein Roman der Enge, einer Enge der Topografie, vor allem aber der inneren Verfasstheit in einem Alpental. In den ersten Kapiteln entfaltet sich ein Dorf, dessen Moral so dicht ist wie der Nebel zwischen den Höfen, die sich an die

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  • „Miserere“von Helena Adler

    „Miserere“von Helena Adler

    „Wenn wir sterben, scheitern wir am Leben. Wären wir unsterblich, scheiterten wir am Tod.“ Seite 63 Begeisterung pur. Überwältigende Sprachlust auf 65 Seiten. Ein Filetstück für alle Literaturliebhaber:innen. Mit Miserere hat Helena Adler ein schmales, zugleich unendlich dichtes Buch hinterlassen – drei Texte, die wie ein letzter, glühender Auftritt wirken. Adler, geboren als Helena Prähauser,

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  • „Zehn Bilder einer Liebe“ von Hannes Köhler

    „Zehn Bilder einer Liebe“ von Hannes Köhler

    „Selbst in diesen Tagen der bleiernen Schwere war etwas an ihr, dass ihn erreichte, wenn nichts anderes zu ihm durchdringen konnte. Seite 69 Es beginnt mit einem Riss. Nicht im Gefühl, sondern im Gummi. Ein banaler Unfall, der sich binnen Sekunden in eine existentielle Frage verwandelt: Notfallapotheke, Pille danach und dann dieser Satz, der alles

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  • „The Secret of Secrets“ von  Dan Brown

    „The Secret of Secrets“ von  Dan Brown

    „Die letzten Augenblicke unseres Lebens werden die ersten sein, in denen wir die Wahrheit erkennen.“ Seite 483 Dan Brown bleibt sich treu. The Secret of Secrets schickt Robert Langdon diesmal zwar nicht auf die gewohnte Schnitzeljagd quer durch den Kontinent, sondern verankert ihn an einem Ort, der selbst schon ein Rätsel ist: Prag. Und diese

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  • „Verstand und Gefühl“ von Jane Austen

    „Verstand und Gefühl“ von Jane Austen

    „Er ist reich, sie ist schön. Das passt.“ S. 26  Jane Austens Verstand und Gefühl gehört zu jenen Klassikern, die weniger gelesen als gekannt werden , man weiß um die Liebe, die Konventionen, die gesellschaftlichen Fallstricke. Der Knesebeck Verlag hat sich nun mit der Graphic Novel von Anna Opel und Stella Langecker an eine visuelle

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  • „Kochen im falschen Jahrhundert“ von Teresa Präauer

    „Kochen im falschen Jahrhundert“ von Teresa Präauer

    „Die Freiheit des Menschen bestand auch darin, dem jeweils anderen seinen Fleck zu lassen. Seite 50 Am Anfang steht eine Einladung, der Grund eher belanglos, ein Abend mit Freunden eben. Die Gastgeberin imaginiert den Abend als leichtes Arrangement: Jazzmusik, Wiesenblumen auf einem dänischen Designertisch, dazu Salat und Quiche und ein guter Crémant. Eine Küche der

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  • „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

    „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

    „Zu viele Generationen mit zu viel Geld“ S. 363 Kaum ein Thriller des Jahres 2024 wurde so einhellig bejubelt wie Der Gott des Waldes. Der Roman galt früh als literarisches Großereignis, als Werk, das Schädel und Herz zugleich beanspruchen sollte. Tatsächlich hinterlässt das Buch einen starken ersten Eindruck. Es ist atmosphärisch dicht erzählt, stark in

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  • „Treppe aus Papier“ von Henrik  Szántó

    „Treppe aus Papier“ von Henrik  Szántó

    „Hoffnung ist Liebe, die sich erinnert, Seite 166 Henrik Szántós Roman Treppe aus Papier wagt ein Kunststück, das verblüffend einfach klingt und doch von großer formaler Kühnheit ist. Ein ganzes Haus also die Summe aller Rohre, Steine, Böden, Leitungen erzählt, ein Gedächtnis aus Mauerwerk.  Dieses Haus ist Geheimnisbewahrer, denn es hat alles verinnerlicht, was in

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  • „La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg

    „La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg

    „Anarchie regelt sich selbst.“ S. 117 Sibylle Berg stellt in PNR: La Bella Vita nicht einfach „die Frage nach einer anderen Welt“. Sie legt hier keine klassische Dystopie/Utopie vor und verweigert sowohl eine apokalyptische Kulisse als auch realistische Zukunftssimulation. Stattdessen entwirft sie einen literarischen Stresstest, der die Fähigkeit zur Imagination der Leserinnen und Leser prüft.

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  • „Der Nachbar“ von Sebastian Fitzek

    „Der Nachbar“ von Sebastian Fitzek

    „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ F. Schiller Der Nachbar: schon im Alltag ein Wesen von schillernder Ambivalenz. Segen, wenn er mit hilfsbereiter Gelassenheit komplexe Gerätschaften aus dem Baumarkt bändigt, während man selbst beim Versuch gescheitert ist, einen Dübel gerade einzusetzen. Fluch hingegen, wenn derselbe Heimwerkgott

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