Autor: Carola Quint

  • „Morgens leerer, abends Voller“ von Tobias Keller

    „Morgens leerer, abends Voller“ von Tobias Keller

    „Chabos wissen wer der Babo ist…“ S.130 Komik, die nur unterhält, verpufft. Komik, die etwas trägt, bleibt hängen, und genau darin liegt die Kunstfertigkeit von Tobias Kellers Debütroman „Morgens leerer, abends voller”, jetzt im adakia Verlag neu aufgelegt: dass er seine Pointen nie als Selbstzweck setzt, sondern als Ventil für etwas, das ohne den Witz…

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  • „Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe

    „Die Möglichkeit einer Ordnung“ von Denis Pfabe

    „Veränderungen waren die Quelle allen Übels“ S.261 „… die Pinguine sind im Haus” (S. 151), heißt es, wenn sich die Kontrollorgane ankündigen und aus dem trägen Alltag im Baumarkt binnen Minuten ein einstudiertes Schauspiel wird.  Der Satz markiert die Nahtstelle, an der sich Denis Pfabes Roman „Die Möglichkeit einer Ordnung” bewegt: zwischen dem, was in…

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  • „Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski

    „Wer möchte nicht am Leben bleiben“ von Helene Bukowski

    „Bei der Einfahrt in den Bahnhof Lichtenberg verschwindet deine Übelkeit. Mit Nachdruck setzt du deine Füße auf den Bahnsteig, hebst das Kinn, hältst die Hand deiner Mutter, folgst deinem Vater.” (S. 103) Schon in dieser Ankunft steht die Anordnung fest, die den ganzen Roman trägt: einer geht voran, eine hält die Hand, eine folgt. Das…

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  • „Home before Dark“ von Eva Björg Ægisdóttir

    „Home before Dark“ von Eva Björg Ægisdóttir

    „Leblose Gegenstände halten uns oft fest, ohne das wir es bemerken…“ S.57 Bekannt wurde die Autorin Eva Björg Ægisdóttir durch die „Forbidden Iceland”-Reihe um die Kommissarin Elma Jónsdóttir. „Home Before Dark” ist ein Standalone, dessen Schauplatz ebenfalls Island ist. Vor zehn Jahren verschwand Marsibils Schwester Kristin spurlos, der Fall wurde nie aufgeklärt. Doch nicht erst…

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  • „Lori“ von Anousch Mueller

    „Lori“ von Anousch Mueller

    „Ein Geheimnis, das keines mehr ist, wird zur Lüge” (S. 7), heißt es im Prolog von Anousch Muellers Roman „Lori”, und dieser Satz legt bereits die ganze Konstruktion des Buches offen: eine ältere Schwester, von den Eltern totgeschwiegen, an die sich die Erzählerin Helena, genannt Leni, im Alter von acht Jahren dennoch wieder erinnert. Von…

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  • „In Bloom“ von Liz Bloom

    „In Bloom“ von Liz Bloom

    „Als ob Mädchen wie wir je gewinnen.” (S. 168) Sieben Worte, die den ganzen Roman zusammenfassen, noch bevor er sein Fundament, an anderer Stelle, wirklich preisgibt. In der australischen Kleinstadt Vincent, Hauptstadt der Teenie-Schwangerschaften und abgehauenen Väter, träumen vier Mädchen von der Flucht. Ihr Vehikel: eine Band, drei Akkorde, Kurt Cobain als Ersatzreligion, und diese…

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  • „Die Damentoilette – 22 Liebeserklärungen“ hrsg. von Friederike Schilbach

    „Die Damentoilette – 22 Liebeserklärungen“ hrsg. von Friederike Schilbach

    „Da draußen ist mein Name Emmi, aber eigentlich bin ich jemand anderes.“ S. 124 Es gibt Kritikerurteile, die ein Eigenleben entwickeln, das ihrem Urheber über den Kopf wächst. Als Denis Scheck ein Buch abfällig als Botschaft aus der Schnatterzone einer Damentoilette abtat, ahnte er vermutlich nicht, dass er damit nicht nur eine Debatte, sondern gleich…

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  • „Weltzeituhr“ von Helga Kurzchalia

    „Weltzeituhr“ von Helga Kurzchalia

    Wer wissen will, wie sich die DDR von innen anfühlte, in der Denkweise, in den Wortschöpfungen, in der Atmosphäre des Verschweigens, findet hier einen seltenen, klarsichtigen Zugang.

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  • „Im Morgengrauen“ von Marc Raabe

    „Im Morgengrauen“ von Marc Raabe

    „Aber neben der Realität ist die Fiktion ein blasser Scheiß. Seite 184 Der Bundeskanzler ist verschwunden. Und mit ihm die Gewissheit, was wahr ist und was nicht. Marc Raabe beginnt seinen vierten Roman um das Ermittlerduo Art Mayer und Nele Tschaikowski mit einem Szenario, das so nah an der politischen Gegenwart liegt, dass es unangenehm…

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  • „Die Lebensentscheidung” von Robert Menasse

    „Die Lebensentscheidung” von Robert Menasse

    „Überleben. Ein Wort wie ein Haltegriff.“ S. 97 Am 26. Februar 2024, kurz nach Mittag, trifft Franz Fiala eine Lebensentscheidung. So beginnt Robert Menasses neue Novelle, und der Satz klingt zunächst nach dem, was er verspricht: nach Aufbruch, nach dem Moment, in dem einer endlich das Steuer übernimmt.  Doch Menasse ist kein Autor, der Versprechen…

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  • „Mutmacher-Menschen – Schräg. Stark. Außergewöhnlich.“ von Marcel Friederich

    „Mutmacher-Menschen – Schräg. Stark. Außergewöhnlich.“ von Marcel Friederich

    „Wer ist das eigentlich, dieser Typ mit der schrägen Fresse?“ Seite 31 Es war ein Lachen, das mich und meine Tochter auf der Leipziger Buchmesse 2026 an den Stand des Pinguletta Verlags lockte. Marcel Friederich strahlte uns nicht nur von seinem Buchcover entgegen. Als wir kurz darauf mit ihm ins Gespräch kamen, entstand sofort jenes…

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  • „Harte Strandparty“ von Inga Machel

    „Harte Strandparty“ von Inga Machel

    „Wenn er eines weiß, dann, dass er den Müll und das Müllsein ein für alle Mal loswerden muss.“ (S. 140) Drei Leben. Das Messer. Ein und derselbe Abgrund. Inga Machels Debütroman „Harte Strandparty“ ist kein Buch zum entspannten Lesen. Es ist eines, das sich brutal festsetzt – durch seine Sprache, seine Protagonisten und in seinen…

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