Schlagwort: Kiwi
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„Einatmen – Ausatmen“ von Maxim Leo
„Was würden die Yoga – Lehrer dieser Welt, ohne die vielen traurigen Frauen tun, die von überall herbeiströmen, um auf dünnen Schaumstoffmatten Trost zu finden? Schaumtrostmatten, sagte Marlene…“ Seite 94 „Glücksberatung, Trauma-Response, ganzheitliche Optimierung und energetische Aufladung.” Wer bei dieser Aufzählung schon freudvoll stöhnt, ist bei Maxim Leos neuem Roman genau richtig oder zumindest in
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„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kavouras
„Die Blätter färben sich herbstlich, Papa ist immer noch nicht tot.“ Seite 71 Wie kann sie nur solche Sätze schreiben. Sie klatschen einem wie eine flache Hand ins Gesicht. Man hält inne, erschrickt, schüttelt ungläubig den Kopf – und liest weiter. Nefeli Kavouras traut sich hier etwas. Sie beginnt nicht mit einem langsamen Herantasten an
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„La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg
„Anarchie regelt sich selbst.“ S. 117 Sibylle Berg stellt in PNR: La Bella Vita nicht einfach „die Frage nach einer anderen Welt“. Sie legt hier keine klassische Dystopie/Utopie vor und verweigert sowohl eine apokalyptische Kulisse als auch realistische Zukunftssimulation. Stattdessen entwirft sie einen literarischen Stresstest, der die Fähigkeit zur Imagination der Leserinnen und Leser prüft.
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„Haus zur Sonne“ von Thomas Melle
„Ich lebte weiter, obwohl das Leben pausierte“ (S. 190). Thomas Melle entfaltet in seinem neuen autofiktionalen Werk eine radikale Prosa der Krankheit. Im Zentrum steht ein Ich-Erzähler, der nach zwei Jahren manischer Raserei in eine lähmende Depression stürzt und sich schließlich in das „Haus zur Sonne“ begibt, eine Einrichtung, die Heilung simuliert und einen finalen
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„Thomas Mann macht Ferien“ von Kerstin Holzer
„Wunderliche Seele! So nah befreundet und doch so fremd.“ Seite 82 Was für eine erfreuliche Wiederbegegnung mit Kerstin Holzer. Sie nimmt uns erneut mit zu den Mann’s. Nur dieses Mal geht es nicht nach Capri („Monascella“) sondern auf eine sommerliche Reise an den Tegernsee in „Thomas Mann macht Urlaub“. – und zugleich mitten hinein in
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„Else“ von Katharina Zorn & Jasna Fritzi Bauer
„Nicht vergegessbar, nicht verzeihbar, aber verdrängbar.“ Seite 60 Wir blicken zurück in eine Epoche voller Widersprüche: die 1960er Jahre – ein Jahrzehnt der gesellschaftlichen Aufbrüche und zugleich der starren Rollenbilder. Der Roman entwirft ein eindrucksvolles Panorama dieser Doppelmoral: Während sich im öffentlichen Diskurs bereits erste feministische Stimmen regen, bleibt die Frau im privaten Raum fest
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„Solito“ von Javier Zamora
Solo, solito, solito de verdad bedeutet mutterseelenallein. Es ist die wahre Geschichte des Autors Javier Zamora, der mit neun Jahren allein die Flucht von El Salvador über Guatemala, den Pazifik nach Kalifornien über México und die Sonorawüste angetreten hat. Javier lebt bei seinen Großeltern in einem kleinen Dorf in El Salvador. Wie viele Kinder dort
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„Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten“ von Sara Weber
„Wir stecken im Matsch unserer Müdigkeit fest “ Zugegeben, der Titel des Buches hat mich etwas in die Irre geleitet. Ich habe nicht mit einem so wissenschaftlich, fundierten Sachbuch über unsere Arbeitswelt gerechnet. Hochinteressant und mit Beispielen aus der gesamten internationalen Arbeitswelt zeigt die Autorin Sara Weber auf, dass unser derzeitiges Verhältnis zur Arbeit direkt
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„Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher
Ein Roman über die Ehefrau der 80er Jahre und die Angst, nicht zu genügen. Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Sie promovierte im Fach Medienwissenschaft und hat an der Universität Graz diplomiert. Klappentext: „Daniela Dröscher erzählt aus einem Jahrzehnt des bundesdeutschen Wohlstandsversprechens, in dem „Weight Watching“ zu einer Formel für die

