Schlagwort: Highlight
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„Blender“ von Anke Engelmann
„„Ich war siebzehn und hatte den Rausch entdeckt. Er gefiel mir besser als die Wirklichkeit. Seite 42 Es gibt Romane, die erzählen Geschichte. Und es gibt Romane, die lassen Geschichte fühlen wie klebriges Polyester und den Kopfschmerz nach zu viel Rosenthaler Kadarka. Anke Engelmanns Blender ist beides zugleich: Schelmenroman und Tragikomödie. Der Roman erzählt vom
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„Gromzell“ von Dirk Bernemann
„Ganz Gromzell ist eine geschlossene Gerontopsychiatrie …“ (S. 24) Dirk Bernemanns Gromzell beginnt wie ein Prospekt aus dem Tourismusbüro. Ein Dorf mit etwas über 1000 Seelen, eingebettet zwischen dichtem Wald und einem Hausberg, der über allem thront und Sicherheit verspricht. Reine Bergluft, reine Herzen, reine Traditionen. Man ist gottesfürchtig in Gromzell und wo der Glaube
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„Treppe aus Papier“ von Henrik Szántó
„Hoffnung ist Liebe, die sich erinnert, Seite 166 Henrik Szántós Roman Treppe aus Papier wagt ein Kunststück, das verblüffend einfach klingt und doch von großer formaler Kühnheit ist. Ein ganzes Haus also die Summe aller Rohre, Steine, Böden, Leitungen erzählt, ein Gedächtnis aus Mauerwerk. Dieses Haus ist Geheimnisbewahrer, denn es hat alles verinnerlicht, was in
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„Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ von Anna Maschik
Lebenslinien zwischen Osterstieg und Westerstieg „Warum es mich gibt: … Weil Schafe leise sterben“ Seite 92 Die Innereien einer Familie durchwühlt von Alma, der Urenkelin, die die Einzelteile zusammenfügt. Ein Generationenroman, ja, aber keine Chronik. Keine stringente Linie, sondern ein Mosaik, das sich anhand der Frauen erzählt. Die Männer treten nur auf, wenn sie gebraucht
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„Das Schwarz an den Händen meines Vaters“ von Lena Schätte
„… ach, du bist doch die Tochter von…“ S.77 Eine Familiengeschichte, in Spiritus gelegt Sie beginnt hier mit der Generation der Großeltern und entfaltet ein Panorama, das zugleich vom Arbeiterleben im Ruhrgebiet erzählt und von der zerstörerischen Kontinuität der Alkoholsucht. Schon der Großvater ist ein „eifriger Thekengänger“, der sein hart erarbeitetes Geld die Kehle hinuntergleiten
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„Das Geschenk“ von Gaea Schoeters
„Elefantenhaufen sind Staatseigentum.“ S. 74 Ein Elefant in Berlin. Nicht aus Stein, nicht als Sinnbild – sondern aus Fleisch, Blut und politischer Relevanz. Und es bleibt nicht bei einem. Gaea Schoeters’ Das Geschenk ist kein Roman, der sich artig ins Regal der Gegenwartsliteratur einordnet. Es ist eine literarische Intervention – pointiert, komisch, hochpolitisch. Der Ausgangspunkt:
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„Super einsam“ von Anton Weil
Eine wilde Irrfahrt durch die Psyche einer ganzen Generation „Scheint auf jeden Fall ein außerplanmäßiger Halt zu sein, und mit außer planmäßigen Halten kenne ich mich aus, mein Leben ist voll davon.“ Seite 111 Langrezension Selten habe ich ein Buch mit so viel Schmerz gelesen wie Anton Weils Debütroman „Super einsam“ Ich möchte den Versuch
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„Das Fest“ von Lucy Fricke
„Du siehst aus, als hättest du dich mit dem Leben persönlich geprügelt“ Seite 74 Was für ein kleiner, feiner Roman, den uns Lucy Fricke mit „Das Fest“ beschert hat. Jakob wird fünfzig und will diesen Geburtstag nicht feiern. Er will keine Ziele mehr sondern einfach nur seine Ruhe. Sein 50. ist für ihn ein Abgrund,
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„Hey guten Morgen, wie geht es Dir.“ von Martina Hefter
„Denn Schönheit war es, die am Ende im Gedächtnis blieb, nicht äußere Schönheit, sondern die Schönheit eines Moments, der völlig unerheblich war. S.201 Jupiter ist der oberste Gott, der Herrscher über den Himmel und der Göttervater der römischen Mythologie. Der „Vater des Himmels“ liegt chronisch krank in einem Pflegebett statt mit Blitz und Donner zu
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„lass uns noch mal los“ von Susanne Matthiessen
„Ich wollte ein Leben, das zu mir passte. Ich wollte nicht passend gemacht werden. Ich wollte ein Abenteuer.“ Seite 46 Was für ein Buch und das sage ich nicht, weil es um die Boomer-Generation geht und die Autorin Susanne Matthiessen mein Jahrgang ist. Es ist einfach großartig, wild und ungezähmt. Zum Inhalt: Susanne hat die
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„Tiere“ von Gijs Wilbrink
„Erva oder Arwa hieß sie, ich glaube Erva, singsangsüß arabisch oder bosnisch oder so was, aus einer Ecke der Welt, von der Leute wie ich, die nie irgendwo waren, nur singsangsüß träumen durften ich fand den Namen prachtschön, ein Name, den man fast riechen konnte, wie duftendes Obst, ein Name, den ich noch nie zuvor
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„Entzwei“ von Sabine Gelsing
„Die Sonne lockte den Geruch des Heus aus den Ballen und machte die Staubpartikel sichtbar, die nach der kleinsten Bewegung durch die Luft flirrten. Seite 98 Zwei Seiten eines Apfels. Eine rot, süß und sonnenbeschienen und die andere grün und sauer, da sie auf der schattigen Seite aufwuchs. So sind die Zwillingsschwestern Alma und Helene.

