Schlagwort: muss man lesen

  • „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

    „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

    „Zu viele Generationen mit zu viel Geld“ S. 363 Kaum ein Thriller des Jahres 2024 wurde so einhellig bejubelt wie Der Gott des Waldes. Der Roman galt früh als literarisches Großereignis, als Werk, das Schädel und Herz zugleich beanspruchen sollte. Tatsächlich hinterlässt das Buch einen starken ersten Eindruck. Es ist atmosphärisch dicht erzählt, stark in…

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  • „Treppe aus Papier“ von Henrik  Szántó

    „Treppe aus Papier“ von Henrik  Szántó

    „Hoffnung ist Liebe, die sich erinnert, Seite 166 Henrik Szántós Roman Treppe aus Papier wagt ein Kunststück, das verblüffend einfach klingt und doch von großer formaler Kühnheit ist. Ein ganzes Haus also die Summe aller Rohre, Steine, Böden, Leitungen erzählt, ein Gedächtnis aus Mauerwerk.  Dieses Haus ist Geheimnisbewahrer, denn es hat alles verinnerlicht, was in…

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  • „La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg

    „La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg

    „Anarchie regelt sich selbst.“ S. 117 Sibylle Berg stellt in PNR: La Bella Vita nicht einfach „die Frage nach einer anderen Welt“. Sie legt hier keine klassische Dystopie/Utopie vor und verweigert sowohl eine apokalyptische Kulisse als auch realistische Zukunftssimulation. Stattdessen entwirft sie einen literarischen Stresstest, der die Fähigkeit zur Imagination der Leserinnen und Leser prüft.…

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  • „Der Nachbar“ von Sebastian Fitzek

    „Der Nachbar“ von Sebastian Fitzek

    „Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ F. Schiller Der Nachbar: schon im Alltag ein Wesen von schillernder Ambivalenz. Segen, wenn er mit hilfsbereiter Gelassenheit komplexe Gerätschaften aus dem Baumarkt bändigt, während man selbst beim Versuch gescheitert ist, einen Dübel gerade einzusetzen. Fluch hingegen, wenn derselbe Heimwerkgott…

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  • „Prinzessin Alice“ von Irene Dische

    „Prinzessin Alice“ von Irene Dische

    „Zeit ist ein Nahrungsmittel wie Wasser und Essen nur sehr begrenzt verfügbar. Seite 72 Was für ein Auftakt! Schon auf Seite acht schlägt Irene Dische das Zelt ihrer literarischen Frechheit auf: „Sie liebte das Leben mit solcher Inbrunst, dass ich nach einer Zeit ekstatischen Betens ihre Beckenmuskeln rhythmisch zusammenzogen. In jenen Momenten war ihr Stöhnen…

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  • „Der Engel von Rom“ von Jess Walter

    „Der Engel von Rom“ von Jess Walter

    „Faber est suae quisque fortunae, sagte Monsignore, der Mensch ist der Meister seines Geschicks,…“ Seite 78  Es beginnt, wie so viele amerikanische Geschichten beginnen: mit einer Sünde und einem Traum.  Jack Rigel, Sohn einer überfrommen Mutter aus Omaha, Nebraska, ist das Ergebnis eines Fehltritts und wird dafür zeitlebens zum Bußpfand.  Die Mutter, fest entschlossen, das…

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  • „Katzentage“ von Ewald Arenz

    „Katzentage“ von Ewald Arenz

    Als ob unser wirkliches Leben für einen Augenblick gar nicht da wäre“ S.12 Manchmal schenkt uns das Leben eine Atempause, ohne dass wir sie gesucht hätten. Für Paula und Peter, Kollegen, und Vertraute einer Nacht, beginnt sie, als der Zug in Würzburg nicht mehr weiterfährt. Drei Tage lang sind sie herausgelöst aus der Ordnung des…

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  • „Das Dream Hotel“ von Laila Lalami

    „Das Dream Hotel“ von Laila Lalami

    „Indem Träume zu Waren wurden, ist ein neuer Markt entstanden – und Märkte müssen wachsen.“  Seite 215 Es geschieht selten, dass ein Roman einen so zwingt, dass man die Seiten hastig umblättert, weil man den Fortgang nicht mehr erwarten kann. Das Dream Hotel von Laila Lalami ist solch ein Buch. Es ist ein literarischer Sog,…

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  • „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle

    „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle

    „Ich lebte weiter, obwohl das Leben pausierte“ (S. 190). Thomas Melle entfaltet in seinem neuen autofiktionalen Werk eine radikale Prosa der Krankheit. Im Zentrum steht ein Ich-Erzähler, der nach zwei Jahren manischer Raserei in eine lähmende Depression stürzt und sich schließlich in das „Haus zur Sonne“ begibt, eine Einrichtung, die Heilung simuliert und einen finalen…

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  • „Rom sehen und nicht sterben“ von Peter Wawerzinek

    „Rom sehen und nicht sterben“ von Peter Wawerzinek

    „Rolle den Redeteppich aus, über den wir uns in die Geschichte hinein wie in einen Aufführungsaal begeben und unsere Plätze einnehmen.“  Gleich dieser erste Satz aus Peter Wawerzineks neuem Buch Rom sehen und nicht sterben zieht den Leser in einen Theaterraum der Sprache. Hier wird nicht bloß erzählt, hier wird fabuliert, zelebriert, gestöhnt und gejubelt,…

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  • „Gentlemen über Bord“ von Herbert Clyde Lewis

    „Gentlemen über Bord“ von Herbert Clyde Lewis

    „Die Leute denken so lange nicht an den Tod, bis er sie fest anpackt. Seite 130  Was für ein feines wiederentdecktes Kleinod hat der Mareverlag da gehoben! Herbert Clyde Lewis’ Gentlemen über Bord aus dem Jahr 1937 ist ein Roman von solch kristalliner Intensität, dass man unwillkürlich Hildegard von Bingen bemühen möchte: „Ein Körnlein kann…

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  • „Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler

    „Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler

    „Arbeiterfamilien, heißt es, haben keine Geschichte, keine Tradition, keine mündlich überlieferten Legenden. Seite 10 Eine Taxonomie des Wahnsinns, nichts Geringeres erwartet die Leser*innen in Leon Englers autofiktionalem Roman Botanik des Wahnsinns.  Doch Engler liefert weit mehr als eine Bestandsaufnahme psychischer Erkrankungen. Er entwirft ein vielstimmiges Psychogramm seiner Familie über mehrere Generationen hinweg. Eine Chronik, in…

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