Schlagwort: Krankheit
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„Miserere“von Helena Adler
„Wenn wir sterben, scheitern wir am Leben. Wären wir unsterblich, scheiterten wir am Tod.“ Seite 63 Begeisterung pur. Überwältigende Sprachlust auf 65 Seiten. Ein Filetstück für alle Literaturliebhaber:innen. Mit Miserere hat Helena Adler ein schmales, zugleich unendlich dichtes Buch hinterlassen – drei Texte, die wie ein letzter, glühender Auftritt wirken. Adler, geboren als Helena Prähauser,
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„Vom Kranksein“ von Virginia Woolf
„Eine Menge Rattengenage in meinem Hinterkopf.“ Im Verlag Jung und Jung ist der 1926 erschiene Essay „On Being Ill“ in deutscher Übersetzung „Vom Kranksein“ erschienen. In ihrem Essay „On Being Ill“ beklagt Virginia Woolf die Sprachlosigkeit der Literatur gegenüber der Krankheit. Es gehört zu den stillen Paradoxien der Literaturgeschichte, meint Woolf, dass die Liebe, der
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„Haus zur Sonne“ von Thomas Melle
„Ich lebte weiter, obwohl das Leben pausierte“ (S. 190). Thomas Melle entfaltet in seinem neuen autofiktionalen Werk eine radikale Prosa der Krankheit. Im Zentrum steht ein Ich-Erzähler, der nach zwei Jahren manischer Raserei in eine lähmende Depression stürzt und sich schließlich in das „Haus zur Sonne“ begibt, eine Einrichtung, die Heilung simuliert und einen finalen
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„Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher
„Man kann süchtig werden. Nach schlechten Gefühlen, wissen Sie? Süchtig nach Schuld, süchtig nach – Problemen. Süchtig nach Arbeit.“ Seit 200 Man könnte meinen, Daniela Dröscher knüpfe mit Junge Frau mit Katze an eine japanische Tradition an, das mai bukku, das „Lebensbuch“, in dem Erfahrungen nicht für andere, sondern für das eigene Selbst in Zusammenhang
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„mein Vater der glulag die krähe und ich“ von Kaśka Bryla
„… allemal bringt das Eingeständnis eines Unglücks nur noch mehr Unglück in sich, …“ S. 152 Kaśka Bryla,s ich-Erzählerin ist schwer an Corona erkrankt. Seit acht Jahren lebt sie in einem Leipziger Wohnwagenpark mit 35 Menschen, darunter Henrike und Gerhild, um dem Erbe des ehemaligen Realsozialismus nahe zu sein. Die Atemnot hält sie an den
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„Nicht Tot zu sein, ist noch kein Leben“ von Lou Bihl
„Nichts macht den Tod erträglicher als neues Leben. Seite 44 Lou Bihls Roman Nicht tot zu sein, ist noch kein Leben ist ein kluges Doppelporträt zweier Frauen, deren lebenslange Freundschaft ebenso nah wie unbequem ist. Die Ärztin Helena und die Journalistin Marlene – oder wie sie sich liebevoll nennen, das doppelte Lenchen – begegnen sich
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„Die vorletzte Frau“ von Katja Oskamp
Die Erinnerung ist eine zärtliche Schlampe. Sie trickst herum und entzieht sich, überfällt hinterrücks und liebkost so plötzlich, dass ich ihr kein Wort mehr glaube.“ Seite 149 Die Ich-Erzählerin, ist immer die vorletzte Frau. Es gibt ein nach ihr, dass wird ihr in der Nachschau auf zwei Männer und eine Lebensliebe bewusst. Da ist Karl,
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„Hey guten Morgen, wie geht es Dir.“ von Martina Hefter
„Denn Schönheit war es, die am Ende im Gedächtnis blieb, nicht äußere Schönheit, sondern die Schönheit eines Moments, der völlig unerheblich war. S.201 Jupiter ist der oberste Gott, der Herrscher über den Himmel und der Göttervater der römischen Mythologie. Der „Vater des Himmels“ liegt chronisch krank in einem Pflegebett statt mit Blitz und Donner zu

