Schlagwort: Gesellschaftskritik

  • „Einatmen – Ausatmen“ von Maxim Leo

    „Einatmen – Ausatmen“ von Maxim Leo

    „Was würden die Yoga – Lehrer dieser Welt, ohne die vielen traurigen Frauen tun, die von überall herbeiströmen, um auf dünnen Schaumstoffmatten Trost zu finden? Schaumtrostmatten, sagte Marlene…“ Seite 94 „Glücksberatung, Trauma-Response, ganzheitliche Optimierung und energetische Aufladung.” Wer bei dieser Aufzählung schon freudvoll stöhnt, ist bei Maxim Leos neuem Roman genau richtig oder zumindest in

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  • „Real Americans“ von Rachel Khong

    „Real Americans“ von Rachel Khong

    „Anfangsfehler führen in der Summe zum Versagen“. S. 272 Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat mit der Entscheidung, Real Americans im Rahmen der Kampagne #deutschlandliesteinbuch ins Zentrum einer kollektiven Lektüre zu stellen, ein feines Gespür für Gegenwartsliteratur bewiesen.  Denn Rachel Khongs monumentaler Roman ist klug kalkulierte Breitenwirksamkeit im besten Sinne: ein Buch, das sich leicht

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  • „Opernball“ von Stefanie Sargnagel

    „Opernball“ von Stefanie Sargnagel

    „Die Dünnsten sind die Schönsten.“ S.33 Der Wiener Opernball ist ja aus sicherer Distanz betrachtet ein Hochamt des gepflegten Eskapismus. Blütenweiß gewandete Debütantinnen drehen sich synchron zu Walzerklängen, als hätte Johann Strauß persönlich die Choreografie geplant. Vor dem Bildschirm wird man weich und möchte fast selbst in Tüll baden. Weniger weich wird einem traditionell bei

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  • „Kochen im falschen Jahrhundert“ von Teresa Präauer

    „Kochen im falschen Jahrhundert“ von Teresa Präauer

    „Die Freiheit des Menschen bestand auch darin, dem jeweils anderen seinen Fleck zu lassen. Seite 50 Am Anfang steht eine Einladung, der Grund eher belanglos, ein Abend mit Freunden eben. Die Gastgeberin imaginiert den Abend als leichtes Arrangement: Jazzmusik, Wiesenblumen auf einem dänischen Designertisch, dazu Salat und Quiche und ein guter Crémant. Eine Küche der

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  • „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

    „Der Gott des Waldes“ von Liz Moore

    „Zu viele Generationen mit zu viel Geld“ S. 363 Kaum ein Thriller des Jahres 2024 wurde so einhellig bejubelt wie Der Gott des Waldes. Der Roman galt früh als literarisches Großereignis, als Werk, das Schädel und Herz zugleich beanspruchen sollte. Tatsächlich hinterlässt das Buch einen starken ersten Eindruck. Es ist atmosphärisch dicht erzählt, stark in

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  • „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle

    „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle

    „Ich lebte weiter, obwohl das Leben pausierte“ (S. 190). Thomas Melle entfaltet in seinem neuen autofiktionalen Werk eine radikale Prosa der Krankheit. Im Zentrum steht ein Ich-Erzähler, der nach zwei Jahren manischer Raserei in eine lähmende Depression stürzt und sich schließlich in das „Haus zur Sonne“ begibt, eine Einrichtung, die Heilung simuliert und einen finalen

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  • „Ein ziemlich böses Mädchen“ von Jessica Zafra

    „Ein ziemlich böses Mädchen“ von Jessica Zafra

    „Katzen sind Haustiere des Teufels. Sie leben mit Hexen und essen Babys.“ Seite 18 Ein ziemlich böses Mädchen von Jessica Zafra ist eine ungewöhnliche Lektüre – es packt einen mit bissigen Witz und schlägt freche Haken. Und das Beste: Es ist höchst amüsant, ohne je ins Seichte abzurutschen. Siony ist die Mutter unserer Heldin. Sie

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  • „Tief ins Fleisch“ von Yasmine Chami

    „Tief ins Fleisch“ von Yasmine Chami

    „Erneut das warme Gefühl bis in die Eingeweide, wie nach der OP, wenn er sich mit Meriem im Ruheraum der Assistenzärzte traf, die Tür hinter sich abschloß, Feuer in den Lenden, lebendig bis in die Zehen, was hatte alles andere noch für eine Bedeutung gemessen am Fest seines glühenden Leibes?“ Seite 28 Ismail wächst bis

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  • „Homeless“ von Eske Hicken

    „Homeless“ von Eske Hicken

    „Was, wenn es am Ende so wäre, dass die Liebe gewinnt“. I need a dollar, dollar, a dollar that’s what I need Weil alles um mich herum zusammenbricht Und ich möchte nur, dass mir jemand hilft Was in aller Welt werde ich morgen tun? Gibt es jemanden mit einem Dollar, den ich mir leihen kann?

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