Schlagwort: Geschichte
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„Kochen im falschen Jahrhundert“ von Teresa Präauer
„Die Freiheit des Menschen bestand auch darin, dem jeweils anderen seinen Fleck zu lassen. Seite 50 Am Anfang steht eine Einladung, der Grund eher belanglos, ein Abend mit Freunden eben. Die Gastgeberin imaginiert den Abend als leichtes Arrangement: Jazzmusik, Wiesenblumen auf einem dänischen Designertisch, dazu Salat und Quiche und ein guter Crémant. Eine Küche der
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„Jahresendzeitgrüße eines maritimen Zeitgenossen“ von Niko Pross
Zwischen Skalpell und Skizzenblock – Niko Pross’ Zeitreise in Postkartenform Es gibt Menschen, in denen wohnen zwei Seelen, nicht nebeneinander, sondern ineinander verschlungen wie zwei Strömungen, die sich gegenseitig Klarheit schenken. Niko Pross ist einer von ihnen. Tagsüber war er jener entschlossene Mediziner aus der robusteren, chirurgischen Fraktion, der mit sicherer Hand in die Tiefen
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„La Bella Vita – PNR“ von Sibylle Berg
„Anarchie regelt sich selbst.“ S. 117 Sibylle Berg stellt in PNR: La Bella Vita nicht einfach „die Frage nach einer anderen Welt“. Sie legt hier keine klassische Dystopie/Utopie vor und verweigert sowohl eine apokalyptische Kulisse als auch realistische Zukunftssimulation. Stattdessen entwirft sie einen literarischen Stresstest, der die Fähigkeit zur Imagination der Leserinnen und Leser prüft.
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„Prinzessin Alice“ von Irene Dische
„Zeit ist ein Nahrungsmittel wie Wasser und Essen nur sehr begrenzt verfügbar. Seite 72 Was für ein Auftakt! Schon auf Seite acht schlägt Irene Dische das Zelt ihrer literarischen Frechheit auf: „Sie liebte das Leben mit solcher Inbrunst, dass ich nach einer Zeit ekstatischen Betens ihre Beckenmuskeln rhythmisch zusammenzogen. In jenen Momenten war ihr Stöhnen
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„Die Frau als Mensch“ von Ulli Lust
„Von Anfang an liebten Menschen die Farbe Rot“ Seite 99 „Die Frau als Mensch“ von Ulli Lust ist ein opulent-illustriertes Werk, eine bildgewaltige Offenbarung. Auf überaus kunstvolle Weise gräbt sie tief in die Schichten der Menschheitsgeschichte, um das weibliche Prinzip freizulegen – archäologisch, ikonografisch, erzählerisch. Lust, die mit dokumentarischen Comics wie ihrem Bericht über Halle-Neustadt
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„Der Junge im Taxi“ von Sylvian Prudhomme
„Ringsum schweigen die Mauern, der Schornstein raucht, der ganze Hof liegt im Schnee wie ein warmes Tier.“ Seite 7 Ein Kind wird gezeugt in einem Schuppen, während der Krieg leise abzieht – besiegt, beschämt, und mit ihm all jene, die sich auf die falsche Seite der Geschichte geschlagen hatten oder ihr schlichtweg ausgesetzt waren. Und


