Schlagwort: C.H.Beck-Verlag
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„Der andere Arthur“ von Liz Moore
„Ich habe das Gefühl, Menschen sind erst dann wirklich tot, wenn man nichts Neues mehr über sie erfährt.“ Seite 369 Charlene, 19, betritt voller Stolz den Seminarraum eines College. Sie trägt Rot, Grün und Gelb und „sie sieht aus wie eine Ampel“ (S. 19) . Es ist die Zeit überdimensionierter Schulterpolster, quietschbunter T-Shirts und Schlaghosen;
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„Der Gott des Waldes“ von Liz Moore
„Zu viele Generationen mit zu viel Geld“ S. 363 Kaum ein Thriller des Jahres 2024 wurde so einhellig bejubelt wie Der Gott des Waldes. Der Roman galt früh als literarisches Großereignis, als Werk, das Schädel und Herz zugleich beanspruchen sollte. Tatsächlich hinterlässt das Buch einen starken ersten Eindruck. Es ist atmosphärisch dicht erzählt, stark in
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„Gedichte für ein gutes Leben“ herausgegeben von Dirk von Petersdorff
„Es ist Unsinn, sagt die Vernunft – Es ist, was es ist, sagt die Liebe (Erich Fried) Seite 54 Schon im Vorwort verrät Dirk von Petersdorff, warum eines seiner Kapitel den hübschen Titel „Menschenkenntnis“ trägt. Und nein, nicht, weil er alle Menschen dieser Erde persönlich zum Kaffee eingeladen hätte. Sondern weil Gedichte uns Türen öffnen:
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„Blinde Geister“ von Lina Schwenk
„Manche Worte brauchten ein ganzes Leben um anzukommen.“ S. 16 Lina Schwenks Debüt Blinde Geister ist ein Roman über die Unsichtbarkeit familiärer Verletzungen und die leise, doch unausweichliche Macht des Erbes von Kriegstraumata. Schon die Eröffnungsszene – zwei alte Menschen, hilflos im Bad, Rücken aneinander gelehnt, dem Tod ausgeliefert – hat etwas Filmisches, ja Ikonisches.
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„Schwebende Lasten“ von Annett Gröschner
„Gab es eine Mehrzahl von Inferno?“ S. 127 Es gibt Bücher, die riechen nach der Zeit, in der sie spielen. Nach Bohnerwachs und Nivea-Creme, nach dem feuchten Dunst der Waschtage, der nicht nur Wäsche, sondern ganze Lebensentwürfe durchweichte. Schwebende Lasten von Annett Gröschner ist ein solches Buch. Es erzählt nicht bloß eine Geschichte, sondern hebt
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„Lagerfeld“ von Alfons Kaiser und Simon Schwartz
„Die Mode war seine Bestimmung“ Seite 26 In der Graphic Novel Lagerfeld gelingt Alfons Kaiser und dem Zeichner Simon Schwartz ein Kunststück: Sie verwandeln den schillernden Mythos Karl Lagerfelds in eine erzählerische Choreografie aus Text und Bild, ohne ihm dabei seine Rätselhaftigkeit zu nehmen. Was auf den ersten Blick wie eine klassische Biografie erscheint, entpuppt
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„Anna oder: Was von einem Leben bleibt“ von Henning Sussebach
„Immer fühlen sich ja Gegenwärtigen den Vergangenen überlegen. Seite 170 Dabei sind auch wir nur Vorübergehende. Ein Dorf im Sauerland, das Jahr 1887: Die Kulisse scheint klein, fast beiläufig. Doch in Andreas Sussebachs „Anna oder Was von einem Leben bleibt“ entfaltet sich aus dieser Provinz eine Welt, deren Nachklänge bis in unsere Gegenwart reichen. In
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„Seinetwegen“ von Zora del Buono
„Bequemlichkeit ist das allerletzte als Lebensmotto“. Seite 86 Zora del Buonos Seinetwegen ist ein Roman der Suche – nach der Wahrheit, nach einem verlorenen Vater, nach den Spuren einer Vergangenheit, die untrennbar mit Schuld, Verlust und Zeitgeschichte verwoben ist. Es ist eine raffinierte, klug komponierte Erzählung, die sich literarisch zwischen verschiedenen Textsorten bewegt: Zeitungszitate, Essays,
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„Von Norden rollt ein Donner“ von Markus Thielemann
„Perfektes Blau spannt sich über den Rand der Heide. Fast unwirklich, wie aufgemalt wirkt die Landschaft, in Gänze von einem violetten Blütenteppich überzogen.“ Seite 277 Mit „Von Norden rollt ein Donner“ von Markus Thielemann bekommen wir es mit einer in einem geschichtsträchtigen Heimatroman verpackten Spuckgeschichte zu tun. Das Buch kommt düster daher. Das Wetter ist
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„Sund“ von Laura Lichtblau
„Die Hitze ist so schwer, dass meine Gedanken zerfließen. In meinem Kopf steht der Dunst“. Seite 13 Der Roman ist der Versuch einer Geisteraustreibung, so beschreibt es der Klappentext. Die Protagonistin recherchiert zur NS-Vergangenheit ihres Urgroßvaters. Der war vor und nach dem 2. Weltkrieg ein anerkannter Orthopäde. Seine bereinigte Vita erwähnt nicht, dass er maßgeblich

