Kategorie: Rezension

  • „Der stumme Zeuge“ von Conny Lüscher

    „Der stumme Zeuge“ von Conny Lüscher

    „Na schön, dann lasst uns spielen!“ Seite 64 Der böse Wolf ist eine Urfigur unserer kollektiven Kindheit. In Märchen wie Rotkäppchen oder Die drei kleinen Schweinchen steht er für rohe Gewalt, für das Unbekannte, für eine Bedrohung, die größer ist als wir selbst. Ein Wesen, dem man nicht entkommt. Vor dem man kann nur fliehen

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  • „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich einmal nackt gesehen haben“ von Anika Decker in der Hörbuchversion Riemann/Mühe

    „Zwei vernünftige Erwachsene, die sich einmal nackt gesehen haben“ von Anika Decker in der Hörbuchversion Riemann/Mühe

    „Geh raus Schatz und leb mal wieder“ Anika Decker, bekannt für ihre Drehbücher zu populären romantischen Komödien, bleibt auch in ihrem Roman Zwei vernünftige Erwachsene die sich einmal nackt gesehen haben“ dem Genre der Beziehungsgeschichte treu, erweitert es jedoch um eine gesellschaftlich scharf gestellte, erstaunlich bittere Dimension.  Was als turbulente Alltagsgeschichte beginnt, entwickelt sich zu

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  • „Das gute Benehmen“ von Molly Keane

    „Das gute Benehmen“ von Molly Keane

    „Dann Schritt sie davon, elegant, wie auf Stelzen, all den Sorgen unten am Boden.“ Seite 228 Zum Inhalt: Aroon und ihr jüngerer Bruder Hubert wachsen auf Temple Alice, einem irischen Landsitz mit hundert Morgen Land auf.  Sie werden umsorgt von Nanny’s und der Kinderfrau Mrs. Brock. Die Mutter reagiert auf ihre Kinder eher mit gereiztem

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  • „Happily“ von Sabrina Orah Mark

    „Happily“ von Sabrina Orah Mark

    „Wie viele Minuten Kindheit haben alle unsere Kinder noch übrig?“ Seite 21 Happily trägt einen Titel, der fröhlich wirkt. Harmlos klingt er und ein wenig märchenhaft. Doch wie bei vielen Märchen, die sich erst im Rückblick als Zumutung für die kindliche Psyche entpuppen, erweist sich auch dieses Buch als Irritation. Happily verstört und es verlangt

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  • „Das Glück der Bücher“ von Karin Joachim

    „Das Glück der Bücher“ von Karin Joachim

    Eine Hommage auf die Welt der Bücher und auf die Freundschaft Suchen wir nicht alle das Glück in den Büchern? Wer diese Frage ohne Zögern mit Ja beantwortet, wird hier fündig, wenn auch nicht im Sinne großer Literatur. Das Glück der Bücher ist kein Roman, der stilistisch Wagnisse eingeht oder formale Grenzen verschiebt. Er ist

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  • „Neben Fremden“ von Eva Schmidt

    „Neben Fremden“ von Eva Schmidt

    „Es hatte auch gute Zeiten gegeben.“ (S. 156) -dieser Satz wirkt wie eine nüchterne Bestandsaufnahme und zugleich wie ein Abschied. Er verweist auf ein Leben, das einmal mehr versprach als es nun einlöst, und lässt bereits erahnen, dass die Gegenwart von Verlust und Ernüchterung geprägt ist. Die guten Zeiten liegen hinter der Erzählerin; das Jetzt

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  • „Die Schwarzgeherin“ von Regina Denk

    „Die Schwarzgeherin“ von Regina Denk

    „Sie wollte nicht weg, konnte nicht bleiben. Seite 391 Die Schwarzgeherin von Regina Denk ist ein Roman der Enge, einer Enge der Topografie, vor allem aber der inneren Verfasstheit in einem Alpental. In den ersten Kapiteln entfaltet sich ein Dorf, dessen Moral so dicht ist wie der Nebel zwischen den Höfen, die sich an die

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  • „Die Altenboomer“ von Denise Buser

    „Die Altenboomer“ von Denise Buser

    „Lachen ist eine Vermählung von Schönheit und Coolness, die man im Alter auf keinen Fall verpassen sollte“. S. 63 Der Essay Altenboomer von Denise Buser ist ein Buch, das seine Zielgruppe nicht umwirbt, sondern kennt und erkennt. Vom Babyboomer zum Altenboomer: ein Rollenwechsel, der weder heroisiert noch bemitleidet wird. Die Autorin fragt nicht, wie man

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  • „Miserere“von Helena Adler

    „Miserere“von Helena Adler

    „Wenn wir sterben, scheitern wir am Leben. Wären wir unsterblich, scheiterten wir am Tod.“ Seite 63 Begeisterung pur. Überwältigende Sprachlust auf 65 Seiten. Ein Filetstück für alle Literaturliebhaber:innen. Mit Miserere hat Helena Adler ein schmales, zugleich unendlich dichtes Buch hinterlassen – drei Texte, die wie ein letzter, glühender Auftritt wirken. Adler, geboren als Helena Prähauser,

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  • „Zehn Bilder einer Liebe“ von Hannes Köhler

    „Zehn Bilder einer Liebe“ von Hannes Köhler

    „Selbst in diesen Tagen der bleiernen Schwere war etwas an ihr, dass ihn erreichte, wenn nichts anderes zu ihm durchdringen konnte. Seite 69 Es beginnt mit einem Riss. Nicht im Gefühl, sondern im Gummi. Ein banaler Unfall, der sich binnen Sekunden in eine existentielle Frage verwandelt: Notfallapotheke, Pille danach und dann dieser Satz, der alles

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  • „Dunkle Momente“ von Elisa Hoven

    „Dunkle Momente“ von Elisa Hoven

    „Ich finde es erstaunlich wie aus einem Menschen ein Gegenstand wird. Im Strafrecht gilt der tote Körper als Sache, wie ein Auto oder ein Hut.“ Seite 60 Es ist ein zutiefst unbehagliches Vergnügen, das Dunkle Momente bereitet. Unbehaglich, weil dieses Buch unseren Voyeurismus nicht nur bedient, sondern ihn geradezu herausfordert.  Wir sitzen in der ersten

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  • „The Secret of Secrets“ von  Dan Brown

    „The Secret of Secrets“ von  Dan Brown

    „Die letzten Augenblicke unseres Lebens werden die ersten sein, in denen wir die Wahrheit erkennen.“ Seite 483 Dan Brown bleibt sich treu. The Secret of Secrets schickt Robert Langdon diesmal zwar nicht auf die gewohnte Schnitzeljagd quer durch den Kontinent, sondern verankert ihn an einem Ort, der selbst schon ein Rätsel ist: Prag. Und diese

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