Kategorie: Rezension

  • „Der Fährmann“ von Regina Denk

    „Der Fährmann“ von Regina Denk

    „Für uns Weiber geht es immer ums heiraten, weil uns nichts gehört, ohne heiraten, weil wir nichts zu sagen haben, außer, wenn es um die Kinder geht, weil wir ohne Heirat allein, eine einzige Last sind für alle um uns herum.“ Seite 83  Es erinnert an jenes berühmte Lehrbuch aus Harry Potters Hogwarts-Bibliothek: das Monster

    Mehr lesen »

  • „Einatmen – Ausatmen“ von Maxim Leo

    „Einatmen – Ausatmen“ von Maxim Leo

    „Was würden die Yoga – Lehrer dieser Welt, ohne die vielen traurigen Frauen tun, die von überall herbeiströmen, um auf dünnen Schaumstoffmatten Trost zu finden? Schaumtrostmatten, sagte Marlene…“ Seite 94 „Glücksberatung, Trauma-Response, ganzheitliche Optimierung und energetische Aufladung.” Wer bei dieser Aufzählung schon freudvoll stöhnt, ist bei Maxim Leos neuem Roman genau richtig oder zumindest in

    Mehr lesen »

  • „Belly Up“ von Rita Bullwinkel

    „Belly Up“ von Rita Bullwinkel

    „Ich muss mit meinem Mann sprechen und mit dem Kochen.“ S. 28 Dieses Buch ist ein Überraschungs-Ei und das einige Wochen vor Ostern.  Jede Geschichte dieser Sammlung überrascht entweder durch Stil oder Inhalt, meist sogar mit beidem. Die amerikanische Autorin Rita Bullwinkel, Jahrgang 1989, heute Herausgeberin des legendären Literaturmagazins *McSweeney’s* und Professorin für Kreatives Schreiben

    Mehr lesen »

  • „Elbland“ von Claudia Rikl

    „Elbland“ von Claudia Rikl

    Was uns am meisten schmerzt, sind verpasste Gelegenheiten.” S. 226 Dieser so wunde Satz zieht sich wie ein rotes Band durch diesen Roman. Claudia Rikls Roman *Elbland* beginnt mit einem Tod und endet mit dem Versuch, ein Leben zu verstehen — das einer Mutter, einer Familie, einer Generation, die von der Geschichte zerrissen wurde, bevor

    Mehr lesen »

  • „Es geht mir gut“ von Jessica Anthony

    „Es geht mir gut“ von Jessica Anthony

    Sie waren nicht geizig, „abgesehen von ihrer Zuneigung.“ S.37 Ein warmer Novembertag in Delaware neigt sich dem Ende zu. Die Luft ist mild, der Himmel milchig, und Kathy Beckett treibt im Gemeinschaftspool einer etwas heruntergekommenen Wohnanlage. Sie trägt ihren rostroten College-Badeanzug, der in ihre fleischigen Schultern schneidet und dessen Stoff an manchen Stellen bereits etwas

    Mehr lesen »

  • „Geisternetze“ von Sascha Kokot

    „Geisternetze“ von Sascha Kokot

    „Du wohnst in mir, schöne Katze. In den Nächten wanderst du durch die stillen Räume und beschnupperst meine Gedanken.“ (S. 12) Mit Geisternetze legt Sascha Kokot einen Gedichtband vor, der durch eine leise, sinnliche Sprache wirkt. Die Texte arbeiten mit konzentrierter Bildlichkeit und übertragen innere Zustände in anschauliche Metaphern. Noch bevor sich der Sinn vollständig

    Mehr lesen »

  • „Abseits“ von Ulrich Rüdenauer“

    „Abseits“ von Ulrich Rüdenauer“

    „Ein angekündigter Schmerz ist unermesslich. Ein plötzlicher ist kaum der Rede wert. Seite 100 Ein Detail erschloss sich erst beim Zuklappen des Buches: die Doppelbedeutung des Titels „Abseits“. Doch es soll bei der naheliegenden Lesart belassen werden, um den Reiz jener zweiten Bedeutung nicht vorwegzunehmen. Im Zentrum steht der neunjährige Richard, der von sich sagt:

    Mehr lesen »

  • „Real Americans“ von Rachel Khong

    „Real Americans“ von Rachel Khong

    „Anfangsfehler führen in der Summe zum Versagen“. S. 272 Der Verlag Kiepenheuer & Witsch hat mit der Entscheidung, Real Americans im Rahmen der Kampagne #deutschlandliesteinbuch ins Zentrum einer kollektiven Lektüre zu stellen, ein feines Gespür für Gegenwartsliteratur bewiesen.  Denn Rachel Khongs monumentaler Roman ist klug kalkulierte Breitenwirksamkeit im besten Sinne: ein Buch, das sich leicht

    Mehr lesen »

  • „Salto von Kurt Prödel“

    „Salto von Kurt Prödel“

    „Nehmen Sie sich kein Leben vor, dass sie ohnehin nicht haben wollen. Seite 232 Schon auf den ersten Seiten atmet einen dieses Buch warm an. Es ist keine demonstrative Wärme, sondern eine leise, beinahe beiläufige Geste der Zärtlichkeit. Die Vater-Sohn-Liebe liegt über allem wie eine Decke, unter der man noch etwas Kälte spürt, denn eine

    Mehr lesen »

  • „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kavouras

    „Gelb, auch ein schöner Gedanke“ von Nefeli Kavouras

    „Die Blätter färben sich herbstlich, Papa ist immer noch nicht tot.“ Seite 71 Wie kann sie nur solche Sätze schreiben. Sie klatschen einem wie eine flache Hand ins Gesicht. Man hält inne, erschrickt, schüttelt ungläubig den Kopf – und liest weiter. Nefeli Kavouras traut sich hier etwas. Sie beginnt nicht mit einem langsamen Herantasten an

    Mehr lesen »

  • „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve

    „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ von Christien Brinkgreve

    „…Gerade weil er so abhängig von mir war und das nicht ertrug, musste ich erniedrigt werden. Seite 83 Christien Brinkgreve durchmisst nach dem Tod ihres Mannes das emotionale Labyrinth einer vierzigjährigen Ehe. „Ein Versuch meine Liebe zu ordnen“ ist kein spätes Abrechnen, sondern eher eine methodische Sichtung.  Die Autorin reist zurück an die Anfänge der

    Mehr lesen »

  • „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras

    „Das schönste aller Leben“ von Betty Boras

    „Vielleicht würde Vio ein deutsches Kind werden, wie alle anderen. Seite 69 „Das schönste aller Leben“, Dieser Titel klingt wie ein Segensspruch. Man flüstert ihn Neugeborenen zu, man denkt ihn für sich selbst, man projiziert ihn auf die eigenen Kinder.  Im Roman von Betty Boras ist er keine Verheißung, sondern eine Prüfung. Er fragt eher

    Mehr lesen »