Kategorie: Roman

  • „Blaues Wunder“ von Anne Freytag

    „Blaues Wunder“ von Anne Freytag

    „Manchmal ist die kleine Schwester von Scheiße eine Chance. Seite 106 Eine 70-Millionen-Euro-Yacht, ein Heer an Angestellten, ein Helikopterlandeplatz, eine exquisite Küche und traumhafte Kabinen. Dazu sieben Menschen, die einen Luxusurlaub in türkisblauer, philippinischer Kulisse genießen könnten. Doch wie Anne Freytag in ihrem neuen Roman „Blaues Wunder“ rasch klarstellt: „Es ist ein perfektes Dinner auf…

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  • „Schöne Scham“ von Bianca Nawrath

    „Schöne Scham“ von Bianca Nawrath

    „Ich frage mich, ob er (der Schmetterling) weiß, wie schmal der Grad zwischen Fliegen und fallen ist.… Seite 236 Bianca Nawraths Roman „Schöne Scham“ nimmt sich eines Gefühls an, das wohl jede und jeder kennt und doch so schwer zu fassen ist. Scham ist vielgestaltig, sie nistet sich in den Ritzen des Selbst ein, macht…

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  • „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle

    „Haus zur Sonne“ von Thomas Melle

    „Ich lebte weiter, obwohl das Leben pausierte“ (S. 190). Thomas Melle entfaltet in seinem neuen autofiktionalen Werk eine radikale Prosa der Krankheit. Im Zentrum steht ein Ich-Erzähler, der nach zwei Jahren manischer Raserei in eine lähmende Depression stürzt und sich schließlich in das „Haus zur Sonne“ begibt, eine Einrichtung, die Heilung simuliert und einen finalen…

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  • „Hotel Paraiso“ von Arezu Weitholz

    „Hotel Paraiso“ von Arezu Weitholz

    „Fernweh und Heimweh, Sehnsüchte. Beide fühlen sich an, als habe jemand im Herz ein Fenster offen gelassen, durch das es zieht. Seite 17 Sie hat „einen Schimpfautomaten im Kopf“. Sie „mag Menschen einfach nicht, weil sie Menschen sind,“ beides ist nicht gut für die Verdauung, was ihr bewusst ist. Das ist Frieda, die Heldin von…

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  • „Rom sehen und nicht sterben“ von Peter Wawerzinek

    „Rom sehen und nicht sterben“ von Peter Wawerzinek

    „Rolle den Redeteppich aus, über den wir uns in die Geschichte hinein wie in einen Aufführungsaal begeben und unsere Plätze einnehmen.“  Gleich dieser erste Satz aus Peter Wawerzineks neuem Buch Rom sehen und nicht sterben zieht den Leser in einen Theaterraum der Sprache. Hier wird nicht bloß erzählt, hier wird fabuliert, zelebriert, gestöhnt und gejubelt,…

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  • „Tausend kleine Freuden“ von Nigel Slater

    „Tausend kleine Freuden“ von Nigel Slater

    „Ein Koffer ist niemals leer. Er ist immer so prall, voll mit Plänen, Hoffnungen und Träumen, dass kaum Platz für die Kleidung bleibt.“ Seite 117 Nigel Slater ist nicht nur Kochbuchautor und Food-Journalist, sondern auch ein genauer Beobachter des Lebens.  In „Tausend kleine Freuden“ sammelt er Momente, die auf den ersten Blick beiläufig wirken, die aber…

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  • „Gentlemen über Bord“ von Herbert Clyde Lewis

    „Gentlemen über Bord“ von Herbert Clyde Lewis

    „Die Leute denken so lange nicht an den Tod, bis er sie fest anpackt. Seite 130  Was für ein feines wiederentdecktes Kleinod hat der Mareverlag da gehoben! Herbert Clyde Lewis’ Gentlemen über Bord aus dem Jahr 1937 ist ein Roman von solch kristalliner Intensität, dass man unwillkürlich Hildegard von Bingen bemühen möchte: „Ein Körnlein kann…

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  • „Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher

    „Junge Frau mit Katze“ von Daniela Dröscher

    „Man kann süchtig werden. Nach schlechten Gefühlen, wissen Sie? Süchtig nach Schuld, süchtig nach – Problemen. Süchtig nach Arbeit.“ Seit 200 Man könnte meinen, Daniela Dröscher knüpfe mit Junge Frau mit Katze an eine japanische Tradition an, das mai bukku, das „Lebensbuch“, in dem Erfahrungen nicht für andere, sondern für das eigene Selbst in Zusammenhang…

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  • „Liebe im hohen Gras“ von Claire Keegan

    „Liebe im hohen Gras“ von Claire Keegan

    „Es ist seltsam, so nah an dem Punkt zu gelangen, an dem man stirbt, und dann geht der Tod doch an einem vorbei.“ Seite 173 Eine glücklich verheiratete Frau will fremdgehen, ein Abenteuer erleben. Ein Angler nimmt einen Fremden mit zum Fischen, nur einer von beiden kehrt zurück. Wer? Und ein Vater schenkt seiner Tochter…

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  • „Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler

    „Botanik des Wahnsinns“ von Leon Engler

    „Arbeiterfamilien, heißt es, haben keine Geschichte, keine Tradition, keine mündlich überlieferten Legenden. Seite 10 Eine Taxonomie des Wahnsinns, nichts Geringeres erwartet die Leser*innen in Leon Englers autofiktionalem Roman Botanik des Wahnsinns.  Doch Engler liefert weit mehr als eine Bestandsaufnahme psychischer Erkrankungen. Er entwirft ein vielstimmiges Psychogramm seiner Familie über mehrere Generationen hinweg. Eine Chronik, in…

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  • „Die Assistentin“ von Caroline Wahl

    „Die Assistentin“ von Caroline Wahl

    „Morgen denke ich mit, sagte Charlotte… S.79  Caroline Wahls dritter Roman hat, bevor man auch nur die erste Seite aufschlägt, bereits für gehörige Unruhe gesorgt. Von den Medien befeuert, von der Autorin selbst keck in Szene gesetzt, von Rezensionen unterschiedlichster Couleur flankiert. Es stand, wie kaum ein literarisches Werk der Saison, im Scheinwerferlicht. Zum Inhalt…

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  • „Russische Spezialitäten“ von Dimitij Kapitelman

    „Russische Spezialitäten“ von Dimitij Kapitelman

    мама сказала, надень шапку In Sachsen bei Leipzig eröffnet eine osteuropäische Familie ein kleines Geschäft für russische Spezialitäten. Was wie ein pittoreskes Integrationsmärchen klingen könnte, entpuppt sich in Dmitrij Kapitelman autofiktionalem Roman als hochkomplexe Versuchsanordnung. Lässt Heimat sich im Glasregal konservieren? Sie verlassen ihre Heimat als Familie. Doch hier steht bereits fest, es ist kein…

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